<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<?xml-stylesheet href="http://sechsinbolivien.twoday.net/rss2html.xsl" type="text/xsl"?>
<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/">
    <title>6 deutsche Zivis in El Alto (Christoph W., Sebastian R., Phillip S., Christian P., Julius J., Julian G.)</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/</link>
    <description>Christoph W., Sebastian R., Phillip S., Christian P., Julius J., Julian G.</description>
    <dc:publisher>hackl</dc:publisher>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:date>2009-03-02T12:49:05Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    <cc:license rdf:resource="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/" />

    <image rdf:resource="http://static.twoday.net/icon.gif" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2764894/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2560607/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2065650/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1761230/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1600599/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1444090/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1372315/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1323434/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1271565/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1252578/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1177315/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1094380/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1084985/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1084973/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1081188/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://static.twoday.net/icon.gif">
    <title>6 deutsche Zivis in El Alto</title>
    <url>http://static.twoday.net/icon.gif</url>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2764894/">
    <title>Auf Reise</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2764894/</link>
    <description>Auf Reise&lt;br /&gt;
- 10. und letzter Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin in Peru. Mein Freiwilligendienst ist zu Ende. Über 2 Wochen ist es her, dass ich mich vom COMPA und seinen Mitarbeitern verabschiedet habe, und in vieler Hinsicht vermisse ich sie alle schon. In diesem Bericht will ich noch einmal zurückblicken auf die fast 13 Monate hier in Bolivien, ein wenig unsere bisherige Reise beschreiben und mich als Berichteschreiber verabschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch vorher noch kurz zu den neuen Freiwilligen, die nun seit Anfang September in Bolivien sind, und die Arbeit im COMPA La Paz, Cochabamba und Santa Cruz schon begonnen haben. Wir haben mit den 10 Leuten (darunter 2 Mädchen) zwei meiner Ansicht nach sehr erfolgreiche Wochen der Übergabe gemacht. Eine Woche in El Alto und La Paz  hier bekamen sie noch einmal einen Sprachkurs, lernten so gut wie alle unserer Arbeitsstellen, die ganzen COMPA Mitarbeiter und Trono-Schauspieler sowie die wichtigsten Kontaktpersonen und natürlich La Paz und El Alto kennen  und danach eine Woche Seminar zusammen mit den wichtigsten COMPA Mitarbeitern in Cochabamba. Hier fanden zahlreiche Workshops zu Theater, Puppentheater, Zirkus und den COMPAtypischen Tambores (Trommeln) statt. Jeder der Freiwilligen leitete ebenfalls einen eigenen Workshops  von denen ich sehr begeistert war, wir hatten Kampfkunst-, Bodypercussion-, Graffitti-, Flamenco-, Kunst aus Müll und noch einige andere Workshops, die besonders für den bolivianischen Teil der Gruppe eine echte Horizonterweierung darstellten  und es gab Präsentationen und Debaten zu verschiedenen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Abschluss des Seminars trat die ganze Gruppe mit mehreren Theaterstücken, die teilweise auf dem Seminar entstanden waren, den Trommeln und einigen Zirkusnummern, auf zwei grossen Plätzen  in Cochabamba auf. Beide Auftritte waren nicht angekündigt, und dennoch hatten wir nach meine Einschätzung insgesamt ca. 400 Zuschauer, was für Strassentheater schon eine ordentliche Leistung ist. Für mich bedeuteten die Auftritte auch das letze Mal Theaterspielen mit dem COMPA, weshalb ich und Phillip auch bei ca. der Hälfte des über 1stündigen Programms als Schauspieler oder Artisten mitmachten. Mich hat es besonders gefreut, noch einmal mit den beiden Kreativchefinnen Coral und Raquel vom COMPA La Paz und meinem Mitzivi Philipp zusammen aufzutreten, die ich im letzten Jahr sehr lieb gewonnen habe. Wir spielten das ca. 15 Minütige Stück Martha und Mamerto, das sich auf lustige und sehr kritische Weise mit der Rolle von Frau und Mann in Südamerika beschäftigt. Ausserdem spielten wir La Flor  die Blume und El Kaiman  der Alligator. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke dass wir den neuen Freiwilligen einen recht guten Einstieg geben konnten. Uns ging es vor allem darum, bei der Woche in Cochabamba einen Raum für intensives kennenlernen von Bolivianern und Deutschen zu schaffen, im persönlichen Gespräch, bei den Workshops, durch das gemeinsame Erlebniss im Allgemeinen. Für die Freiwilligen in El Alto ist die Einführung in das bolivianische Leben und die Kultur noch nicht zu Ende. Sie werden noch bis zum 15. Oktober in COMPA - Familien aus El Alto leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückblick: Alles in allem bereue ich keinen Tag, den ich in El Alto verbracht habe. Mir hat dieses Jahr hier persönlich sehr viel gebracht, das COMPA ist ein Ort, in dem man äusserst viel lernen kann, nicht nur was Theater oder andere eher artistische Sachen angeht. Auch das selbstständige Leben im Ausland und in einer WG waren wichtige Erfahrungen. Und trotz oder vielleicht auch gerade weil es im COMPA auch sehr viele interne Probleme gibt, weil die Arbeit nicht immer einfach, sondern im Gegenteil oft sehr schwierig und das Jahr auch nicht nur frustfrei ablief, bin ich froh es genau hier verbracht zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert meiner Arbeit für die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe  was ja meist ausserhalb des COMPA in Workshops und mit der mobilen Schule geschah  ist schwer zu benennen. Doch die mehreren schweren Abschiede, emotionalen Reden und noch einmal sehr intensiven Gespräche zeigen mir, dass ich etwas bewirkt habe durch meine Arbeit hier. Kinder und Jugendliche mit ein wenig mehr Selbstvertrauen, Vertrauen in andere, Mut, Kreativität und Motivation, die durch mein Dasein vielleicht auch ihren Horizont erweitern konnten. Einige wenige, aber dafür gute, neue Freunde. Eine Anata-Tournee mit über 7000 Euro Gewinn, eine feste taubstumme Basketballmannschaft im CEREFE, (dieser Workshops wird von einem neuen Freiwilligen weitergeführt) und eine inzwischen selbstständige Theatergruppe Teatro Inti Phajsi sind einige Stichworte, die ich in die Wertwaagschale meines Freiwilligenjahres werfen könnte.&lt;br /&gt;
Inzwischen bin ich in Munay Chai (ein Projekt von WISE in der Nähe von Urubamba, Cusco) in Peru, habe die Yungas (Sorata) von Bolivien, die Isla del Sol auf dem Titicacasee, Arequipa und den berühmten Machu Pichu hinter mir. Ausser Arequipa, einer wunderschönen Stadt (zumindest der Stadtkern), waren die letzten 2 Wochen vor allem von viel aussergewöhnlicher Natur und Wandern geprägt. Höhepunkt unserer (Jonas Hanpft, ein guter Freund, Phillip, mein Ex-Mitzivi, der eigentlich alleine reist, aber ab und zu mit uns zusammentrifft und treffen wird, und ich) Touren war Machu Pichu, eine im Bergdschungel verborgene, sehr eindrucksvolle Inkastadtruine. Da der Zug, der dort hinfährt, übertrieben teuer ist (und das Geld zudem an eine chilenisch-amerikanische Gesellschaft geht, die nicht einmal Steuern zahlt) entschieden wir uns, den Weg nach Machu Pichu zu Fuß, teils auf einem einem kleinen Bergpfad, teils an den Schienen entlanglaufend zurückzulegen, was sich zwar als sehr anstrengend (ca.30 km mit schwerem Gepäck) erwies. Aber es hat sich gelohnt, zum einen wegen gesparten 70 Dollar pro Person, zum anderen und vor allem aber wegen der wunderschönen Natur (mal abgesehen von der Zugstrecke), die der Weg zu bieten hatte. Von recht kargem Bergland aus geht es am Urubambafluss langsam hinunter in den Bergurwald. Zelten am Fluss umgeben von Papageien und herrlicher Natur und am 2. Tag der Besuch von Machu Pichu entschädigen allemal für den anstrengenden Marsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Aspekt unserer Reise ist das Strassentheater, welches Phillip und ich in den größeren Städten machen wollen. In Arequipa hatten wir 4 Auftritte, drei davon auf der Plaza de Armas (dem zentralem Platz in der Altstadt). Alle waren voller positiver und negativer Erfahrungen, haben einen Heidenspass gemacht und wir haben sogar ein bisschen Geld eingenommen. Idee ist, dass die Hälfte der Einnahmen an uns geht, und die andere Hälfte an Obdachlose und Strassenkinder in den Städten, die noch vor uns liegen. Morgen werden wir noch ein oder 2 Mal in Cusco spielen, nächste Station ist dann Lima. Von Lima geht es, grob gesagt, über Quito (Ecuador) nach Cali (Kolumbien), wo wir wahrscheinlich eine Freundin treffen und mit ihr weiterreisen. Von Cali wahrscheinlich nach Bogota, und dann weiter in Richtung Panama, Costa Rica, Nicaragua und gegen Ende der Reise, wenn die Zeit reicht noch nach Kuba, von wo ich dann kurz vor Weihnachten auch zurückfliegen werde. Zwischen den Städten stehen natürlich alle möglichen Sehenswürdigkeiten, Palmenstrände, Busfahrten, Begegnungen, Wanderungen und spontane Wegänderungen auf dem Programm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in den Städten auch ein bisschen Theater, was neben der Tatsache dass es Spass macht auch noch aus einem anderem Aspekt einfach toll ist. Die Menschen, die uns bisher beim Theatermachen begegnet sind (sowohl andere Strassenkünstler, als auch Passanten bzw. Das Publikum, als auch Strassenverkäufer und Polizisten), nehmen uns auf einmal ganz anders war. Sehr offen und interessiert, auch was unsere Kunst angeht, sehr positiv. Man läuft dann am nächsten Tag ganz normal über den Platz und wird von den Bonbonverkaufenden Kindern nicht angebettelt sondern freudig als Payaso (Clown) oder Kaiman (Rolle in einem unserer Stücke) begrüsst. Gerade in einer so touristischen Stadt wie Arequipa, wo man als Weißer immer nur von Verkäufern, Anpreisern etc. Beschwatzt wird, ist das eine schöne Erfahrung. Der Zentrale Platz in Arequipa ist bis 11 Uhr Abends noch voller Menschen, und neben unserem eigentlichen Programm (La Flor (Pantomime), Los dos Optimistas (Kabarett) und El Kaiman) haben vor allem auch die Walk Acts und das Doubeln von Passanten sehr gut funktioniert. Es gibt dort Leute, die gehen extra auf die Plaza, um sich die Künstler dort anzuschauen, und wieder andere, die nur vorbeigehen und dann 2 Stunden da bleiben um die ganzen interessanten Dinge, die die ganze Zeit auf dem Platz passieren, zu bestaunen. Am letzten Tag haben neben uns noch 3 andere Gruppen (Musiker, Actionmaler und eine Comedytruppe), zur gleichen Zeit etwas präsentiert. So eine Platz-stimmung gibts in Deutschland viel seltener, hier ist es normal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten möchte ich mich als Freiwilligendiest  Berichteschreiber aus Bolivien verabschieden. Ich hoffe euch mit den Berichten ein realistisches Bild meiner Arbeit vermittelt zu haben, in nicht allzu trockener Form. Bleibt noch, mich zu bedanken. Bei meinen Eltern, meiner Familie und meinen Freunden für die Unterstützung, den guten Kontakt und alles andere, bei allen finanziellen Unterstützern für ihr Vertrauen, bei allen sonstigen Lesern für ihr Interesse. Mein größter Dank gilt Cordula Müller und Pablo Schickinger, den Vorsitzenden von WISE e.V., meiner Entsendeorganisation, ohne die dieses Jahr nicht möglich gewesen wäre. Für ihren unermüdlichen Einsatz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reisende Grüsse nach Deutschland. &lt;br /&gt;
Christoph</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-05T18:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2560607/">
    <title>Lang Lang ist´s her</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2560607/</link>
    <description>- 9. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien -    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Tja&lt;/b&gt;, ich denke das ist wohl ein zutreffender Titel. Sowohl im Hinblick auf meinen letzten Bericht, der euch glaube ich irgendwann Anfang Juni erreicht hat, als auch auf meine Ankunft hier in Bolivien, die jetzt schon fast 12 Monate zurückliegt. Heute brechen 2 meiner Mitzivis schon auf in Richtung Heimat, die beiden aus Santa Cruz sind ebenfalls schon weg oder auf dem Weg. Für mich bleibt noch ein wenig Zeit. Ich werde zusammen mit Phillip, dem letztverbliebenen anderen Zivi noch die neuen Freiwilligen einführen und mich dann noch ein wenig auf reisen begeben. Für mich war die Zeit März  Juli sehr schön und sehr stressig. Aus diesem Grund kamen auch nur 2 Berichte. Nun finde ich endlich mal die Zeit, mich ein paar Stunden hinzusetzen und das zuletzt geschehene Revue passieren zu lassen. Dies soll aber nicht mein letzter Bericht sein. Ich werde zum Abschluss des Jahres nochmal etwas schreiben. Heute gehts erstmal um die Dinge, die zwischen Bericht 8. und dem aktuellen passiert sind, darunter u.a.: erfolgreiche Deutschlandtournee Anata, als Bär beim Karneval von La Paz, Bolivien bekommt eine neue Verfassung.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Schon&lt;/b&gt; seit mehr als einem Monat ist die Deutschlandtour der Anatas nun zu Ende. Danach war die Gruppe noch 2 Wochen lang auf dem Weltkindertheaterfestival, wo sie an dem internationalen Projekt Olivers Traum teilnahm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt war die Tournee ein voller Erfolg. Die Kids hatten 34 Aufführungen in 11 Städten und obwohl wir noch keine Abrechnung machen konnten, da uns die genauen Kontodaten noch nicht vorliegen, rechnen wir mit einem Überschuss von  4000 &#8364; oder mehr. Auch in organisatorischer, kultureller , völkerverständigender und sonstiger Hinsicht bin ich mit dem Verlauf der Tournee sehr zufrieden, auch wenn  einige z.T. grosse Probleme auftraten, die wir aber alle mit viel Improvisation und guter Teamarbeit zw. Deutschland und Bolivien lösen konnten. Die Rückmeldungen der beteiligten Personen, der Familien, in denen die Kids untergebracht waren, der Zuschauer und der Presse waren im allgemeinen sehr positiv. Von den Eindrücken und Erfahrungen, die die Kinder mit nach Bolivien genommen haben, gar nicht erst zu sprechen. Ich denke, dafür, dass es das erste mal war, dass sowohl COMPA als auch wir Freiwillige so etwas auf eigene Faust organisiert haben, können wir sehr stolz sein. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle die zum Gelingen dieser Tournee beigetragen haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kurz&lt;/b&gt; nach dem Abflug der Anatas nach Deutschland, am 10. Juni 2006 fand hier in La Paz La Fiesta del Señor del Gran Poder statt, ein riesiger Karnevalsumzug zu Ehren eines Heiligen, bei dem über 50 Tanzgruppen teilnahmen. Ich und unsere damalige belgische Mitbewohnerin Manu hatten die Ehre und den Spass, bei diesem riesigen Event mitzutanzen. Don Raul, ein guter Freund und ältester Mitarbeiter des COMPA hatte uns in seine Gruppe, die Fraternidad Diablada Eucalyptus, eine der angesehensten Diabladatanzgruppen, eingeladen. Diablada ist ein recht schneller und einfacher Tanz (ohne allzu schwierige Kombinationen oder Choreographien), der von sehr anstrengenden Sprüngen und Bewegungen geprägt ist. Die gesamte Tanzgruppe bestand in unserem Fall aus ca. 200 Tänzern und Tänzerinnen, aufgeteilt in verschiedene Gruppen (Diablos (Männer), Ginas (weibliche Teufel), alte Teufel, Bären und noch verschiedene andere Einteilungen). Ich tanzte bis zur Pre-Entrada (das ist sozusagen die öffentliche Generalprobe, bei der alle Gruppen meist ohne Kostüme (in schwarz) ca. 1/5 der Gesamtstrecke ablaufen) als Diablo (Teufel) mit, bis mich dann ein junger Mann ansprach, ob ich nicht Lust hätte, als Bär mitzutanzen, es würde noch einer gebraucht. So kam es, dass ich am 10. Juni 2006 gegen 2 Uhr Nachts, nach ca. 6,5 h Tanzen, völlig erschöpft, leicht betrunken und wegen dem dicken Bärenkostüm klatschnass am Ende des Umzuges angekommen war. Die Zeit vorher war ein einzigartiges Erlebnis. Da die Bären (insgesamt waren wir 4 Stück) vorrangig die Aufgabe haben, das Publikum anzuheizen und sich dabei völlig frei bewegen können (zumindest habe ich mir diese Freiheit einfach genommen), hatte ich bei dem Umzug einen Heidenspass. Während meine Kollegen relativ steif darauf achteten, den traditionellen Bären abzugeben, war meine Version eher die des ausgeflippten, clownesken, lachenden und weinenden arschwackel- und Moonwalkbären. Kam bei den Leuten aber hervoragend an und ich musste sogar während des Tanzens ein Fernsehinterview geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Ich und meine Mitbewohnerin Manu beim Gran Poder Karneval in La Paz&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Ich und meine Mitbewohnerin Manu beim Gran Poder Karneval in La Paz&quot; width=&quot;300&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/der-BAer.jpg&quot; /&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die&lt;/b&gt; nachfolgende Zeit wurde zum einen durch die Deutschlandtournee und durch dass grosse Fahrerproblem geprägt (Tom, den wir eigentlich als Fahrer für den 2. Tourabschnitt eingeplant rief uns 2 Tage vor der Übergabe an und sagte, er habe gar keinen Führerschein  war aber ein Kommunikationsfehler unsererseits), zum anderen durch die tägliche Arbeit, die auch schon in der gesamten Zeit vor der Tournee wie gewohnt weitergelaufen war. Ich möchte nicht viele Worte darüber verlieren, ich führte die Workshops so weiter, wie schon in den vorrigen Berichten beschrieben. Erwähnenswert scheint mir der Theaterworkshop in einem der Randbezirke von El Alto, der sich meiner Meinung nach wirklich sehr gut entwickelt hat. Die Arbeit mit den Jugendlichen (alles zw. 14 und 19) gehört zu den Workshops, die mir am meisten Spass machen. Inzwischen sind 4 Monate seit Beginn des Workshops vergangen und ich bin in vieler Hinsicht sehr zufrieden mit dem Erreichten  das liegt denke ich zum Teil aber auch an meinen inzwischen schon etwas heruntergeschraubten Ansprüchen und Erwartungen. Die Gruppe  fast ausschliesslich Kinder von Bauern, die erst in den letzten Jahren nach El Alto emigriert sind und insofern in mancher Hinsicht mit einer recht schwierigen Geschichte  ist (besonders wenn man es mit dem Anfang vergleicht) zu einem richtig guten Team geworden. Und obwohl ich mit vielem, besonders was Ausdruck und Körpersprache betrifft, noch recht unzufrieden bin, haben sich die Jungen und Mädchen auch individuell stark entwickelt, vor allem hinsichtlich Selbstbewusstsein und Berührungsängsten. Einer hat letzte Woche sogar ein kleines Pantomimestück einfach mal so ohne grosse Ankündigung präsentiert. Viele, besonders auch der Mädchen, haben glaube ich Theaterfeuer gefangen und ich hoffe, dass die Gruppe auch nach meiner Abreise, evtl. geleitet von einem Nachfolgerzivi, weiterbesteht. Trotz Zufriedenheit über den Verlauf des Workshops stehe ich dem jedoch mit Zweifeln gegenüber, weil ich inzwischen doch recht gut die Art der Bolivianer kenne. Bis zu 1,5 h zu spät kommen, nie zu Hause üben, chronisch Sachen vergessen etc. Können eine Gruppe schnell wieder kaputt machen.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gegen&lt;/b&gt; Ende Juni fuhr ich gemeinsam mit meinem Zivikollegen Phillip nach Cochabamba (Cbba.)um dort die von ihm konstruierte und von uns gemeinsam fertiggestellte neue tragbare Mobile Schule 2 zu übergeben. Das Funktionsprinzip ist das gleiche wie bei der mobilen Schule in La Paz, nur dass man die neue bequem zu zweit transportieren kann, ohne dazu einen Lieferwagen zu benötigen. Sie kommt im COMPA Cbba. nun auch regelmässig zum Einsatz. In den 3 Tagen dort hatten wir denn auch noch 2 Auftritte mit der Trommelgruppe aus La Paz bei einem Festival zugunsten von arbeitenden Kindern. Ausserdem kam es mehr oder weniger zufällig zu einem weiteren Auftritt des Trios Largo Titi Caca (Phillip, unser Vorzivi Karl, der ebenfalls in Cochabamba zu Besuch war, und ich). Wir hatten 2 Wochen vorher ein kleines Artistik-, Clown-, Strassentheaterprogramm einstudiert und auch schon mehrmals in La Paz aufgeführt.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich&lt;/b&gt; blieb dann noch eine weitere Woche dort um einfach nach all dem Stress mit der Tournee (die zu dem Zeitpunkt in ihrer letzten Woche steckte) ein wenig zu entspannen - das Klima ist in Cochabamba sehr angenehm mediterran  und mit den Leuten vom COMPA Cbba. zu arbeiten. Ich führte ein wenig in den Gebrauch der mobilen Schule ein und im Gegenzug lernte ich ein wenig über Bau und Gebrauch von Handpuppen. Ausserdem arbeitete ich mit den Doktores de Alegria, zu deutsch Clowndoktoren. Das sind 2 Teams von je 4 Jugendlichen (Schauspielern), die 2 mal in der Woche in ein Krankenhaus und in ein Altenheim gehen und ca. 3 Stunden mit den Menschen dort arbeiten. Im Krankenhaus besuchten wir die Station, in der ausschliesslich Kinder mit (teiweise extremen) Verbrennungen liegen, später die normale Kinderstation Brüche und Operationen etc., und als letztes die Station, in der Fälle mit Infektionen, Alergien etc. liegen. Mit jedem Patient (fast ausschliesslich Kinder von 5-13 Jahren) verbringen die Doktores (jeder hat einen Clownsnamen, ich zum Beispiel BAMBAM, andere Lilita, Locoto, Upa o.ä.) ca. 10 Minuten (Unterhalten, Spielen, Fernsehen, Schabernack treiben usw.). Ich führte ausserdem ein paar Zaubertricks vor und jonglierte ab und zu. Die Doktores arbeiten in dieser Weise ein ganzes Jahr lang (sie bekommen auch Geld dafür, von einer Stiftung) und müssen sich für diesen Job bewerben (ca. 20 Bewerber auf 10 Plätze jedes Jahr). Jeder muss eine medizinische Basisprüfung ablegen. Ein Doktor kann sich jedes Jahr aufs neue bewerben. Die Arbeit in dem Altenheim gestaltet sich ganz anders als im Krankenhaus. Frauen und Männer sind in 2 verschiedenen Trakten des Altenheims untergebracht, und so wird zunächst ausschliesslich mit den Frauen gearbeitet (die fast alle senil sind und teilweise äusserst verrückt), später dann mit den Männern. Die Männer sind weniger, haben so scheint es mir einen noch recht interessanten, wenn auch nicht sehr abwechslungsreichen Tagesablauf (z.B. Gartenarbeit), und hier sprachen wir vor allem recht intensiv, z.B. über Deutschland, spielten Schach oder Dame, alles in allem eher erwachsen. Bei den Frauen war alles viel chaotischer, lauter, kindlicher, teilweise aber auch lustiger. Ich unterhielt mich lange mit einer Taubstummen auf Zeichensprache. Da ich nach dem Zeichensprachekurs vor ca. 3 Monaten doch schon wieder recht eingerostet war, kam mir das sehr gelegen, obwohl Sie auch nicht gerade ein Experte auf dem Gebiet war. Wir konnten uns aber dennoch sehr gut verständigen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Am&lt;/b&gt; 17. Juli war es dann soweit. Meine Eltern, die bereits eine Woche vorher in Peru angekommen waren, kamen nach La Paz. Nachdem wir zunächst 2 recht ruhige Tage in La Paz verbracht hatten, ging es dann zum Salar de Uyuni, einem der grössten Salzseen der Welt und der in seiner Umgebung liegenden bizarren vulkanischen Landschaft. Wir machten dort eine Tour von 3 Tagen und fuhren dann gleich wieder zurück. Auf jeden Fall ein Muss für alle, die mal nach Bolivien kommen, obwohl es fast schon unausstehlich touristisch ist. Im Gegensatz zur riesigen Feria von El Alto, auf die sich kaum einmal ein Tourist verirrt, die aber meiner Meinung nach sehr sehenswert ist, vorausgesetzt man kann ein wenig spanisch und nimmt keine Wertsachen ist. Wir besuchten die Feria an einem wunderschönen Sonntag und besonders mein Vater war stark beeindruckt von all den Waren, die man hier findet. Noch am gleichen Nachmittag ging es dann per 20 Mann Flugzeug nach Rurrenabaque in den Dschungel, wo wir 3 super Tage im Grasland (Pampa) bzw. auf einem Fluss im Grasland verbrachten (incl. Krokodile, Schwimmen mit Flussdelphinen  toll , hunderten Schildkröten, Affen, einer Anaconda um den Hals, Piranyafischen und vielem anderen). Wieder sehr touristisch aber das kann man leider nur schwer umgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Beim-Piranhafischen&quot; width=&quot;300&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Beim-Piranhafischen.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder in La Paz, konnten meine Eltern noch bei der Minenpräsentation des COMPA mitmachen, und die überall in der Stadt stattfindenden öffentlichen Proben für die Entrada Universitaria  das gleiche Spektakel wie beim Gran Poder, aber fast ausschliesslich Studenten  bestaunen, bei der ich ebenfalls mittanzte, und zwar in der Gruppe Facultad Mecanica Phugllay (anderer Tanz). Bzw. wollte ich mittanzen, war dann aber am Umzugstag und Abreisetag meiner Eltern zu kaputt, um um 7 Uhr aufzustehen und mir 2 Kg schwere Schuhe unter die Füsse zu schnallen. Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit mit meinen Eltern, auch wenn es durch gleichzeitiges so viel wie möglich weiterarbeiten meinerseits manchmal etwas stressig war.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Über&lt;/b&gt; 3 Wochen sind seit dem vergangen, mit Workshops, intesiver Vorbereitung der Ankunft der neuen Voluntarios und Nachbereitung der Anata-Tour, Willkommens- und Abschiedsfeiern, Reisevorbereitung und Vorbereitung eines Strassentheaterprogramms für 1 und mehr Personen. Und mit der Eröffnung der verfassungsgebenden Versammlung in Sucre. In einem Jahr werden die ca. 250 Vertreter aus allen Teilen des Landes, die am 2. Juli gewählt wurden eine neue Verfassung präsentieren, die die Zukunft Boliviens bestimmen wird und auf die grosse Hoffnungen gesetzt werden. Ein grosser Streitpunkt, über den in einem Volksreferendum (ebenfalls 2.7.) abgestimmt wurde, ist die Autonomiefrage insbesondere des Departamentos Santa Cruz. Hier sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung für eine (wohlgemerkt: vor allem wirtschaftliche und verwalterische) Autonomie aus. Unter welchen Bedingungen diese eingeführt wird, wird allerdings ebenfalls in der verfassungsgebenden Versammlung entschieden. Leider kann ich euch aus Informationsmangel nicht viel mehr darüber sagen, ausser dass bei der Eröffnung der Marsch der Völker stattfand, bei dem Vertreter der über 50 verschiedenen Urvölker Boliviens teilnahmen. Ich konnte Teile des Marsches und die Anschliessende (sehr indigen geprägte) Feier im Stadion von Sucre am Fernseher mitverfolgen. Es war mehr als eindrucksvoll.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mit&lt;/b&gt; diesen Worten möchte ich auch schon schliessen. Die nächsten Tage werden noch einmal geprägt sein von viel Arbeit und schwerem Abschiednehmen, aber auch noch einmal von einer sehr intensiven Woche mit den neuen Voluntarios und Mitarbeitern von COMPA in einem Seminarhaus in Cochabamba. Wie immer gibts auf www.sechsinbolivien.twoday.net noch einmal den gleichen Bericht mit Fotos (zumindest mit dem Foto Christoph als Bär)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Macht es gut, ich vermisse euch, haltet aus, spätestens an Weihnachten bin ich wieder da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euer &lt;br /&gt;
Christoph  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;PS:&lt;/b&gt; Das Teatro Trono ist heute ab nach Deutschland geflogen, um dort mit der KinderKulturKarawane 2 Monate noch bis Ende Oktober durch Deutschland und Dänemark zu reisen. Ist ne tolle Truppe, die es Theatermässig wirklich drauf hat. Wenn ihr Zeit habt, schauts euch an. Hier der Link zum Tourplan: &lt;a href=&quot;http://www.kinderkulturkarawane.de/2006/teatrotrono/index.htm&quot;&gt;http://www.kinderkulturkarawane.de/2006/teatrotrono/index.htm&lt;/a&gt;  - Falls ihr die Jugendlichen sehen solltet, bestellt einen schönen Gruss von mir und fragt Ivan, den Leiter nach dem COMPA Dokumentalfilm. Da ist nämlich meine Stimme drauf.</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-21T22:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2065650/">
    <title>Teatro Anata</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/2065650/</link>
    <description>-   8. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien     -  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meinem heutigen Bericht will ich recht kurz und zügig die Geschehnisse der letzten 2 Monate schildern. Entschuldigt bitte, die fast 2-monatige Verspätung mit der euch dieser Bericht erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon im letzten Bericht angeklungen ist, bin ich recht viel am arbeiten, wobei die Arbeit nun immer mehr aus Theater und künstlerischer Arbeit besteht bzw. damit zu tun hat. Seit ca. 7 Wochen leite ich einen Theaterworkshop mit Jugendlichen in einer Gegend von El Alto, die noch sehr neu ist. Die Teilnehmer kommen alle aus Familien, die erst vor einigen Jahren vom Land dorthin gezogen sind und die Arbeit dort ist sehr bereichernd. In 2-3 Wochen wird das erste Stück auf die Bühne gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern ging mein Kurs in Bolivianischer Taubstummensprache zu Ende und ich habe vor mit den tauben Jugendlichen, mit denen ich bisher Basketball gespielt habe, zusätzlich noch Theater zu spielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich/Wir investieren in den letzten Tagen und Wochen auch einiges unserer Freizeit in die Einstudierung von Clownsketchen, die dann (fast) jeden Samstag auf dem Theaterlastwagen zur Aufführung kommen bzw. kommen werden. Zu diesem Zweck nähe ich mir grade aus Stoffresten einen sogenannten Buso Trono, eine COMPA-typische Clownshose.  Zaubern, ist ein weiteres Thema, was gerade sehr aktuell ist. Im COMPA läuft seit letzter Woche ein Zauberkurs, an dem ich aus Zeitgründen leider nicht teilnehmen kann. Aber ich habe mir schon so 3-4 Tricks selbst (teilweise mithilfe des Internets) beigebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten gibt es bezüglich meiner Arbeit hier nicht sonderlich viel zu berichten, außer dass es echt viel ist, mich erfüllt und genau das richtige ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun zu einem sehr wichtigen und aktuellen Punkt: Der Deutschlandtournee von Teatro Anata, die nun unmittelbar bevorsteht. In genau 2 Wochen werden die 6 Kids und ihre Betreuerin im Flugzeug nach Deutschland sitzen, wo die Tour am 9. Juni in Lingen beginnt. Bisher sind knapp 20 Auftritte in 10 Städten sicher, aber es sollen noch einige hinzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Heidelberg kommt die Gruppe am 17. Juni und wird bis zum 22. Juni dort bleiben. Sie wird am Mittwoch, den 21.6. im Thadden-Gymnasium (13.30 Uhr) und vorraussichtlich am 22.6. im Hölderlin Gymnasium (Uhrzeit steht noch nicht fest) auftreten. Für die Zeit vom 17.- 20 Juni steht noch kein Auftritt fest. Für diesen Zeitraum werden noch Auftrittsmöglichkeiten gesucht. Ich schreibe euch deshalb auch in der Hoffnung, das einige von euch einen Auftritt organisieren oder einen Kontakt vermitteln (zu interessierten Schulen, Theatern, Eine-Welt-Gruppen, Kulturzentren) können. Bitte meldet euch bei Interesse und Lust, einen Auftritt zu organisieren, so schnell es geht bei mir oder meinem Bruder Lukas, der in Heidelberg (zusammen mit Hannah Kreft) die Koordination übernommen hat. Unten stehen die Adressen und Telefonnummern. Im Anhang findet ihr umfassende Infos zu der Tournee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt noch zu sagen: Schaut euch einen Auftritt an... Die Schauspieler sind zwar jung, aber sie sind gut und die Stücke, die sie im Gepäck haben, sehr interessant und schön. Das Theater, welches die Gruppe und auch das COMPA machen, ist sehr bilderreich, ausdrucksstark, kritisch und in gewisser Weise einzigartig. Auf jeden Fall anders, als man das von deutschem Regietheater kennt. Es lohnt sich also. Auch das Rahmenprogramm (Infomaterialien zu Bolivien, Verkauf von bolivianischer Kunst, Diskussionsrunden) könnte von euch von Interesse sein. Und zudem könnt ihr dort einmal die Menschen kennenlernen, die inzwischen Teil meines Alltags sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die besten Grüße aus El Alto,&lt;br /&gt;
euer Christoph&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Das mit den Auftritten ist wirklich wichtig. Wer die Tour anders unterstützen möchte, kann das aber auch in Form einer Spende bzw. als Sponsor (Erscheinen auf allen Werbemitteln) tun. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spendenkonto: 	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anata-Tour 2006 &lt;br /&gt;
Kontonummer: 8611303 &lt;br /&gt;
Bankleitzahl: 550 205 00 &lt;br /&gt;
Bank für Sozialwirtschaft in Mainz &lt;br /&gt;
Betreff: Spende</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-24T19:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1761230/">
    <title>Carnaval</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1761230/</link>
    <description>-   7. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien     -  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mein&lt;/b&gt; Bericht fällt dieses Mal ein wenig knapper aus als sonst, da ich nach einer Zeit, die eher von Reisen und unregelmäßiger Arbeit bestimmt war, wieder richtig viel am Arbeiten bin und deshalb nicht genug Zeit finde, um ausführlicher zu schreiben. Diesmal geht es um Karneval, unser Zwischentreffen in Cochabamba und um meine etwas veränderte Arbeit, mit der ich gleich Anfange.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Theater Cochabamba 3&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Theater Cochabamba 3&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Theater-Cochabamba-3.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich&lt;/b&gt; bin nun seit ca. 3 Wochen wieder zu Hause und voll auf die verschiedenen Projekten konzentriert. Was leider nicht bedeutete, dass ich gleich wieder voll einsteigen konnte, da ich nach ca. 6 Wochen Abwesenheit erst einmal meinen Arbeitsplan reorganisieren musste, der aber jetzt inzwischen mehr oder weniger feststeht und ähnlich dem ist, wie ich es auch vorher schon hatte. Dennoch haben sich einige Änderungen ergeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Änderung besteht darin, dass ich nun im COMPA stärker in die Arbeit eingebunden bin als dies vorher der Fall war. Im Moment läuft nämlich gerade ein Projekt an, in das die meisten Instruktoren eingebunden sind. Im Groben geht es darum, in verschiedenen Institutionen (Schulen, Jugendzentren etc.) in genau festgelegten Bezirken der Stadt El Alto Workshops für Kinder und Jugendliche anzubieten. Ein Workshop besteht aus 5 Modulen mit den folgenden Themen: Kinderrechte, Identität und Selbstbewusstsein, Führung, Geschlechterrollen und Sexualität, Gleichheit und Nachhaltige Entwicklung. Diese Themenschwerpunkte sollen den Kindern in ca. 5-10 Sitzungen mithilfe von künstlerischen Workshops (Theater, Zirkus, Theater, Keramik) vermittelt, bzw. mit ihnen bearbeitet werden. Zu jedem Thema gibt es Material und Vorschläge zum Ablauf des Workshops (Übungen, Spiele). Daneben finden zur Zeit jeden Montag Weiterbildungsdebatten mit allen Arbeitenden des COMPA statt, in denen über die verschiedenen Themen diskutiert wird. Für mich bedeutet das konkret, dass ich ab dieser Woche neben den Arbeitsgruppen, die ich sonst anbiete, eben diesen Workshop (das Programm heißt übrigens DANIDA und wurde in den letzten Monaten von Ivan und den übrigen Koordinatoren des COMPA entwickelt) in verschiedenen Institutionen durchführen werde. Nebenher findet eben noch die Weiterbildung und eine regelmäßige Reflektion statt. Ich bin sehr gespannt auf diese Aufgabe, da die Vorgehensweise, bzw. die Übungen ähnlich dem sind, was ich auch bisher in meinen Theaterarbeitsgruppen gemacht habe. Nur eben mit einem sehr viel klarer definiertem Hintergrund und Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Theater Cochabamba&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Theater Cochabamba&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Theater-Cochabamba1.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich die Arbeit mit den Taubstummen noch ausweiten will und ich mit den anderen Projekten (mobile Schule, Jugendzentrum Sejoven) fortfahre, habe ich mich entschlossen aus zeitlichen Gründen mit meinem Englischkurs im COMPA aufzuhören. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ein&lt;/b&gt; weiterer Arbeitsbereich, der mich und uns derzeit sehr in Anspruch nimmt, ist die Planung einer Tournee der Theatergruppe Anata des COMPA durch Deutschland. Die Tour wird vom 8. Juni bis 8. Juli dauern und durch insgesamt 6-8 Städte Deutschlands gehen. Anschließend wird die Gruppe am Weltkindertheaterfestival in Lingen teilnehmen. Die Gruppe besteht aus 6 Kindern im Alter von 10-14 Jahren und einer Betreuerin und studiert derzeit mehrere kleine Theaterstücke für die Tournee ein. Das Thema der Tour ist: Legenden Boliviens... Die Organisation läuft soweit recht gut, innerhalb dieser Woche wird eine Homepage online gehen, das Plakat ist in Arbeit, die Koordination in den einzelnen Städten ebenfalls. Probleme gibt es derzeit nur mit Bürokratie und Verwaltung, da wir derzeit nicht genau wissen, über welche private oder juristische Person die Finanzen, Versicherung der Gruppe etc. abgewickelt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Theater Cochabamba2&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Theater Cochabamba2&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Theater-Cochabamba2.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tour wird übrigens auch 3 Tage lang in Heidelberg Station machen (voraussichtlich zw. 18. und 21. Juni). Wer also Lust hat, im Vorfeld oder während des Aufenthaltes in irgendeiner Weise mitzuhelfen, ist dazu herzlich eingeladen und soll sich bei mir melden. Ich denke das ist eine gute Möglichkeit, mal zumindest ein paar der Menschen kennen zu lernen, mit denen ich hier tagtäglich zu tun habe und wirklichen Kulturaustausch zu betreiben. U.a. suchen wir günstige Unterkünfte (Familien) für die Gruppe, Auftrittsmöglichkeiten (Schulen, Theater), Kontakte zur Presse und Sponsoren, die gegen das Erscheinen auf dem Propagandamaterial (Plakate, Flyer, Homepage) finanzielle, materielle oder infrastrukturelle Hilfe leisten (Firmen und Vereine). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Tracht Cochabambina&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Tracht Cochabambina&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Tracht-Cochabambina.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nun&lt;/b&gt; zu unserem Zwischentreffen, welches mit insgesamt 17 Freiwilligen von WISE e.V. aus Argentinien, Bolivien und Peru in Cochabamba (Bolivien) stattfand. Wir waren dazu 1 Woche lang in einer sehr schönen, recht einfachen Herberge untergebracht, wo wir neben einer sehr umfassenden Reflektion unserer ersten 6 Monate und Besuchen einiger sehr interessanter Projekte (u.a. dem COMPA Cochabamba und den Clowndoktoren Cochabamba) uns auch Gedanken über die Zukunft des Vereins und der einzelnen Projekte Gedanken machten. Auch haben wir insgesamt 3 Mal sehr erfolgreich Theater gespielt (auf der Strasse, in der Herberge und in einem kleinen Theater). Mir persönlich hat das Treffen sehr gut gefallen, es blieb genug Zeit für intensiven Austausch untereinander und insgesamt hat es bei mir auch einen erneuten Motivationsschub bewirkt, was meine Arbeit hier betrifft. Vor dedm Zwischentreffen wurde allerdings gemeinsam gefeiert...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Theater auf einem oeffentlichen Platz in Quilla Collo / Cochabamba&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Theater auf einem oeffentlichen Platz in Quilla Collo / Cochabamba&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/El-Borracho.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der&lt;/b&gt;Carnaval de Oruro wird als der 2. Beste Karneval der Welt bezeichnet, nach  Rio de Janeiro. Nun war ich leider noch nie in Rio insofern kann ich dass nicht genau beurteilen (die Kölner werden da wahrscheinlich auch ein Wörtchen mitreden wollen), Tatsache ist aber, dass der Carnaval dort ein wirklich einzigartiges Erlebnis ist. Der Zug geht von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr morgens des Folgetages und danach treten noch die verschiedenen Musikgruppen auf und die ganze Stadt tanzt bis zum Morgengrauen. Der Alkohol fließt in Strömen, auch schon am Tag davor. Tagsüber wird die Prozession begleitet von Wasserbomben- und Schaumschlachten, die zwischen gegenüberliegenden Tribünen oder in den Gassen neben der Prozessionsstrasse ausgetragen werden. Nachts wird getanzt und gefeiert. Die Stadt ist extrem voll, dieses Jahr 500000 Zuschauer und 200000 Teilnehmer (hört man jedenfalls), unzählige Touristen aus allen Teilen Boliviens und der Welt, und doch, trotz viel Gedränge findet man immer wieder Freunde aus La Paz. Der Zug ist mit deutschem Karneval nicht zu vergleichen. Ausschließlich Tanzgruppen und Musikgruppen ziehen durch die Strassen, Wägen gibt es keine. Die Gruppen tanzen fast durchgehend, genauso wie sie fast durchgehend saufen (einzige Ähnlichkeit mit Deutschland). Weiteres Merkmal: Der Kontakt mit dem Publikum geht nicht von den mit teilweise wirklich großartigen Kostümen und Masken verkleideten Tänzern und Tänzerinnen aus, sondern vom Publikum selbst. Für jemanden, dem der Heidelberger Karneval bestenfalls als bonbonsammelnder Knirps Spaß gemacht hat, eine Offenbarung. Die Menschen sind hier Teil des Umzuges, man tanzt mit den Gruppen mit, jeder kennt die verschiedenen Lieder und Tänze. Schön: Das ganze hat nichts mit Konsum in dem Sinne zu tun, wie es in Deutschland der Fall ist. Keine Bonbons, das Publikum versorgt die Teilnehmenden. Und trotz der vielen Touristen ist der Carnaval de Oruro ein echtes Volksfest geblieben, an dem Indígenas, Mestizen und Weiße gleichermaßen teilnehmen. Also, wer Südamerikanischen Karneval einmal hautnah und intensiv erleben möchte kommt im nächsten Jahr nach Oruro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;fast alle Freiwilligen aus Argentinien, Peru und Bolivien&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;fast alle Freiwilligen aus Argentinien, Peru und Bolivien&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Oruro-Gruppenbild.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
viele Grüße aus dem immer kälter werdenden El Alto, im nächsten Bericht wieder mehr...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
euer Christoph&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: In unserem Haus hat sich inzwischen auch wieder etwas getan. Wir haben eine Belgische Mitbewohnerin und einen Katalanen zur Untermiete. Außerdem wird der Garten gerade umgegraben und neu bepflanzt.</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-03-29T02:26:55Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1600599/">
    <title>Teatro Trono on Tour</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1600599/</link>
    <description>- 6. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien -              &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;28 Menschen&lt;/b&gt;, 24 Tage, 6 Städte... die Tour des Teatro Trono durch fast ganz Bolivien ist zu Ende und wir sind, erschöpft aber glücklich, und um viele Erfahrungen reicher wieder zu Hause in El Alto.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Christoph als Anwalt&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Christoph als Anwalt&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Christoph-als-Anwalt.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will in meinem heutigen Bericht fast ausschließlich von unserer Rundreise berichten, die uns von La Paz nach Santa Cruz, Villamontes, Tarija, Sucre, Potosi, Oruro und schliesslich wieder zurück nach La Paz geführt hat. Es wird also viel um Theater gehen, um meine Erlebnisse während der Tour und um die Städte, in denen wir Station gemacht haben. Ab und zu habe ich Einträge aus meinem Reisetagebuch übernommen (kursiv).               &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zuerst &lt;/b&gt;aber zur Situation vor der Tour: Im Vorfeld der Tournee gab es natürlich einiges vorzubereiten, und während die Bolivianer in unserer Arbeitsstelle ihre verschiedenen Theaterstücke probten, Trommeln bauten, Requisiten bauten, Kostüme nähten etc. arbeiteten auch wir täglich ca. 3 Stunden an unserem Theaterstück. Das bedeutete zu nächst einmal die Dialoge schreiben, dann mit einem Freund aus unserer Strasse auf sprachliche und grammatische Fehler überprüfen, anfangen zu proben, Texte umschreiben, Passagen streichen, Szenen stellen, auswendig lernen, intensiv proben, Freunden vorspielen, verbessern, Kostüme und Requisiten besorgen, proben, proben, proben... Als wir das Stück schließlich genau einen Tag vor Abreise der Truppe vorstellten, dauerte das Stück zwischen 35  40 Minuten und hatte noch einige Schwachstellen. Es war in etwas mehr als 2 Wochen entstanden. Wir haben dann drastisch gekürzt, wobei teilweise ganz interessante Stellen gestrichen werden mussten, und nach der 3. Aufführung während der Tour waren wir bei nur noch 20 Minuten. In dieser Form kam das Stück dann aber wirklich gut an. Sowohl was den Lachfaktor im Publikum betrifft als auch inhaltlich. Der Plot ist recht simpel. Phillip, ein Freiwilliger aus Deutschland will ein kostenloses Visum für ein Jahr bekommen und verliert sich dabei in einem Labyrinth aus Bürokratie und Korruption. Zweite Hauptfigur ist ein Musiker, der gleich am Anfang auftritt und in einer Ansprache an das Publikum das Stück einführt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Phillip und der bolivianische Musico&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Phillip und der bolivianische Musico&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Phillip-und-der-bolivianische-Musico.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Held geht daraufhin zur Einwanderungsbehörde, die ihm eine riesige Liste mit zu besorgenden Dokumenten übergibt. Wieder draußen begegnet er einem Mann, der ihn erst einmal über die Ausweglosigkeit der Bürokratie aufklärt und ihm zum schnelleren und absolut sicheren Weg der Korruption rät. Doch Phillip beschließt den Weg durch die Institutionen auf sich zu nehmen, und so begegnet er in einer sehr abwechslungsreichen Szene korrekten Beamten, dümmlichen Sekretärinnen, Direktoren, Kopiererinnen, Ärzten, Anwälten, Fotografen, die ihm entweder Geld aus der Tasche ziehen oder ihm gerade nicht helfen können oder wollen, weil z.B. gerade Mittagspause ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Fotographenszene&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Fotographenszene&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Fotographenszene.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Christian als Sekretaerin&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Christian als Sekretaerin&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Christian-als-Sekretaerin.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er schließlich alle Dokumente hat, kommt in der Einwanderungsbehörde der herbe Rückschlag. Der Direktor ist neu, und er macht deutlich, das ein Visum unter keinen Umständen möglich ist. Am Ende tritt dann wieder der Musiker auf, der dem enttäuschten Phillip erst einmal von seinen Einwanderungsproblemen in Europa berichtet und ihn dann lehrt, das ganze etwas lockerer zu sehen und die Hoffnung nie zu verlieren, das sich die Dinge verändern können. Daher auch der Titel: Proxima Estacion: Esperanza (Nächste Station: Hoffnung  in Anlehnung an ein sehr schönes Album von Mano Chao). Das Ende bildet dann der Baloo-Song Probiers mal mit Gemütlichkeit aus dem Dschungelbuch  natürlich auf spanisch.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Am 24. Januar &lt;/b&gt;ging es dann gegen 11 Uhr Abends endlich los nach Santa Cruz. Die einzelnen Teilstrecken zwischen den Städten wurden vom Größten Teil der Gruppe mit dem Autobus bewältigt. Ab und zu fuhr ein Teil auch mit dem Theaterlastwagen des COMPA mit, der sowohl den kleinen Transporter, als auch jegliches sonstiges Gepäck, die Trommeln, Kostüme, Zirkusmaterialien, Rucksäcke, Ton- und Lichtanlage sowie Werkzeug transportierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere erste Station war Santa Cruz de la Sierra, im östlichen Tiefland Boliviens gelegen. Die Stadt ist in den letzten 30 Jahren zur wirtschaftlich wichtigsten Stadt Boliviens gewachsen und hat inzwischen mehr als 1,1 Mio. Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Santa Cruz&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Santa Cruz&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Santa-Cruz.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Man kommt sich vor wie in einem anderen Land. Nicht nur wegen der Hitze und der Feuchtigkeit. Es ist ein anderes Leben hier, wobei, ich kenne es nun nur gerade einmal knappe 5 Tage. Die Sprache: schneller, irgendwie nuschelnd, man verschluckt das s... Auch gibt es hier keine Minibusse, ich nehme an wegen der Hitze. Vermutlich würde man sich schlicht totschwitzen oder ersticken bei 16 Leuten in einem Mini, wie in La Paz. Stattdessen Colectivos  in Größe und Aussehen vergleichbar mit den Schulbussen in Nordamerika  und Taxis. Wobei die meisten Fahrer ihre normalen Sitze gegen Wäscheleinendrahtsitzgestelle ausgetauscht haben, der enormen Hitze wegen. Niemand trinkt hier Wasser. Nur Bier und Erfrischungsgetränke (Cola und noch viel schlimmeres Zeug). Das Leben ist weitläufiger hier. Mir scheint es weniger eng und arbeitsam als in El Alto. Die Menschen sind anders, cowboyhafter, sexier  irgendwie frecher und kommunikativer. Sympatisch. Santa Cruz ist in Ringen aufgebaut, welche sich kreisförmig um das Zentrum ziehen. Je weiter man in die äußeren Bezirke kommt, desto ländlicher wird es. Viel Grün. Auch das ein krasser Unterschied zum kahlen Altiplano. Überall riecht und klingt es nach Tropik. Die Zweigstelle des COMPA liegt ein wenig außerhalb, zwischen dem 4. und 5. Ring. Ein sehr schönes Haus mit großem Hof und Hahnenkampfarena nebenan. Ein bestenfalls langweiliger Sport, nebenbei. Dicke Männer in Anzugshosen und offenen Hemden. Goldzähne. Schlaksige Typen in Unterhemden, schlaksigere Hähne. Sehen alle gleich aus, wie Hähne eben, nur mit einer Figur die der eines Preisboxer gleichkommt. Manche haben kaum noch Federn. Der Kampf besteht aus vornehmlich aus Gegacker, Belauern und Gehacke. Man fragt sich ob der Boxsport ein Abkömmling des Hahnenkampfes ist, so sehr ähneln sich manche Bewegungen. Liegt ein Hahn dann endlich am Boden, wird der Kampf beendet. Das Ritual der Wetteinsätze bleibt mir ein Geheimnis. Ständig werden aus allen Richtungen während des Kampfes Angebote ausgerufen. Wer jedoch auf wen, mit wem, gegen wen und wie hoch wettet scheint nach mir undurchschaubaren Regeln vonstatten zu gehen. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegend von Santa Cruz leben übrigens in verschiedenen Kolonien ca. 25.000 Mennoniten, welche noch Althochdeutsch sprechen, und in manchen Bereichen leben wie im 16. Jahrhundert. Ist sehr interessant und ich kann euch nur empfehlen, mal etwas über deren Lebensgewohnheiten im Internet nachzulesen. 	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Von Santa Cruz&lt;/b&gt;, wo wir insgesamt 8 mal spielten, ging es weiter Richtung Süden in die relativ unbedeutende Stadt Villamontes, welche in den Sommermonaten, also genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir da waren, die heißeste Stadt Boliviens ist. Im Chaco-krieg zwischen Bolivien und Paraguay rückte die paraguayische Armee bis vor die Tore der Stadt. Dieser Krieg gehört vielleicht zu den sinnlosesten der Weltgeschichte. Es gab nämlich überhaupt keinen Grund für die beiden Völker, gegeneinander zu kämpfen. Der Krieg wurde von zwei Ölgesellschaften forciert, die beide die angeblich reichen Ölvorkommen im Chacogebiet, welches teils in Bolivien, teils in Paraguay verläuft, für sich erobern wollten. Zu diesem Zweck wurde auf bolivianischer Seite eine Armee aufgestellt, welche hauptsächlich aus Indios vom Altiplano zusammengesetzt war. Das diese, nicht an Hitze und Trockenheit gewöhnt, gegen die gutausgerüstete und zahlenmässig überlegene Armee des Gegners, keine Chance hatte, war vorrauszusehen. Der traurige Witz bei der ganzen Sache ist, das in dem Gebiet, um das gekämpft wurde, nie Öl gefunden wurde. Heute wird dort allerdings Gas gefördert. In der Stadt, die eigentlich mehr als ein großes Dorf zu bezeichnen ist, gibt es ein kleines Museum, welches die Historie des Krieges erzählt, die verschiedenen wichtigen Schlachten nachstellt und in dem es einiges Kriegsgerät und Hunderte von Fotos zu besichtigen gibt. Der Soldat, der hier seinen Dienst ableistet und Führungen macht, erzählt glaube ich jedem der kommt von seinem unbeschreiblichen Pech, in dieses kleine, langweilige Nest verlegt worden zu sein, in dem man in seiner Uniform und den Stiefeln täglich aufs neue den Hitzetod stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reise nach Villamontes war für die meisten der schrecklichste Teil der gesamten Tour. Wir fuhren mit dem Zug, was normalerweise zu begrüßen gewesen wäre, jedoch nicht unbedingt bei Nacht durch ein Gebiet, welches von Moskitos nur so wimmelt. Der ganze Zug war bei Einbruch der Dunkelheit mit Ungeziefer jeglicher Größe gefüllt und die meisten konnten die ganze Nacht kein Auge zudrücken. Mir ging es dagegen besser, ich hatte eine noch freie Bank gefunden, auf der ich wenigstens ein paar Stunden schlafen konnte.            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachdem&lt;/b&gt; wir in Villamontes nur einen Zwischenstopp von knapp 2 Tagen eingelegt hatten, ging es in die weitaus schönere und vom Klima sehr angenehme Stadt Tarija, die unter anderem für guten Wein und schöne Frauen bekannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Plaza Central de Tarija&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Plaza Central de Tarija&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Plaza-Central-de-Tarija.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wir haben das Glück, für die nächsten 5 Tage in einem wunderschönen Zentrum für Kinder in Problemsituationen untergebracht worden zu sein. Die Kinder, die hier unter der Woche leben und unterrichtet werden, kommen aus Familien, die nicht in angemessener Weise für sie sorgen können. Meist herrscht große Armut u/o Gewalt. Viele der Kinder waren kurz davor Straßenkinder zu werden, als sie in das Zentrum kamen. Meist sind es Nachbarn oder Verwandte, die die Arbeiter dieser sogenannten Solidaritätsherberge auf Kinder mit Problemen aufmerksam machen. Manche der Kinder haben verdammte harte Geschichten zu erzählen. Einige sind Waisen oder Halbwaisen. Am Wochenende kehren die Kinder allerdings wieder in die Familien zurück. Sie sollen den Kontakt nicht verlieren. Tarija ist wie Gardasee im Sommer. Die Stadt liegt auf 2000 m und dehalb ist es hier nicht ganz so drückend wie z.B. in Santa Cruz. Meistens geht ein guter Wind, sodass es sich hier wunderbar aushalten lässt. Deshalb ist die Zeit hier auch eher von relaxen, lesen, schreiben, bummeln und Fussball spielen geprägt, als von Aufführungen und Workshops. Obwohl wir eigentlich jeden Tag mindestens eine Aktivitaet haben&lt;/i&gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bisher&lt;/b&gt; bin ich noch sehr wenig auf den eigentlichen Zweck der Tournee, nämlich das Auftreten in den verschiedensten Städten eingegangen. Das möchte ich jetzt nachholen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem jeden Auftritt, neige ich dazu, mich erst einmal 5 Minuten alleine irgendwo hinzusetzen und einfach nur zu entspannen. Meist war das nicht möglich. Der Lastwagen musste von einer Theaterbühne wieder zu einem Lastwagen werden, die Trommeln gegen den Regen geschützt, Vorhänge abgehängt, Kostüme und Requisiten verstaut und schussendlich zusammen mit dem ganzen anderen Material und sonstigem Krimskrams, Holzlatten, Eisenstangen, Metern an Seil, Plastikplanen etc. auf den Laster gepackt werden. Der Lastwagen war Transportmittel und Bühne zugleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Fahrt auf dem Theaterlastwagen&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Fahrt auf dem Theaterlastwagen&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Fahrt-auf-dem-Theaterlastwagen.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir in der Innenstadt oder auf dem zentralen Platz einer Stadt auftraten, gab es fast immer Probleme. Kabel hingen zu tief, Kurven waren zu eng. Wir kamen zwar immer an, jedoch meistens war die Ladefläche voll mit abgebrochenen Ästen und Blättern im Weg hängender Bäume. Wer die Fahrt zum Auftrittsort hinten auf dem Laster verbracht hatte, hatte meist ein kleines Abenteuer hinter sich. Dagegen waren die Auftritte in einem Dorf oder einem der äußeren Teile einer Stadt, die etwas seltener stattfanden nicht minder aufregend. Mehr als einmal gruben sich die Räder in den Sand oder den Schlamm, so dass Teile der Gruppe teils stundenlang damit beschäftigt waren, dieses riesige Gefährt wieder auf befestigte Strasse zu befördern, während die anderen auf der Strasse oder auf einer improvisierten Bühne auftraten. Theater auf dem Theaterlastwagen war viel mehr als nur auftreten. Mit der Zeit wurde die Gruppe aber eingespielter was den Aufbau der Bühne und die Installation der notwendigen Ton-, Licht- und sonstigen Elemente betraf. Die Bühne bestand aus einer heruntergeklappten Seitenwand und der Ladefläche des Lastwagens. Wobei auf den beiden Seiten jeweils ein kleiner Bereich abgegrenzt war, in dem sich umgezogen und vorbereitet werden konnte. Meist wurde auf der Rückseite ebenfalls ein kleiner Teil der Seitenwand heruntergeklappt, über den man mittels einer kleinen Leiter auf die Bühne gelangen konnte. Sonst war dies nur noch von vorne über eine Holztreppe möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Unsere Buehne...&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Unsere Buehne...&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Unsere-Buehne-.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des gesamten Aufbaus und der Vorbereitung musste sich jeder Einzelne auch noch meist selbstständig schminken. Schwarzer Schminkstift oder Pinsel: Augen, Nase, Mund verstärken, Konturen, etc. mehr nicht. Wobei es viele, insbesondere der jüngeren übertrieben und sich irgendwelche Punkte, Sonnen, Tränen oder was auch immer auf die Wangen und um die Augen malten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Tambores de Hojalata&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Tambores de Hojalata&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Tambores-de-Hojalata.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen espectáculos wurden immer durch die meist aus 10  12 Spielern bestehenden Tambores de hojalata, den Blechtrommeln eröffnet. Die ganze Gruppe lief dann erst einmal trommelnd durch die Strasse oder über den Platz, um die Aufmerksamkeit der Leute zu wecken, was fast immer sehr gut gelang. Zwei helle Snaretrommeln  heller, rasselnder Klang  führen und treiben das ganze an, während der Rest der Gruppe auf Basstrommeln verschiedener Größe meist recht eingängige Rhythmen trommelt. Ich für meinen Teil finde einige der Rhythmen durchaus langweilig, obwohl einige der Stücke auch sehr einfallsreiche Wechsel und Stopps enthalten. Leider wurde der Unterhaltungswert der Truppe etwas durch die oft ausdruckslose, fast gelangweilte Mimik der meisten seiner Mitglieder gemindert. Ich begann deshalb in Tarija als Tänzer, Clown und Animateur aufzutreten, um sowohl die Zuschauer, als auch die Gruppe ein wenig in Schwung zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Trommeln kam der Zirkus mit einem festen Programm, das zum einen aus Akrobatik, zum anderen aus Jonglage, Diabolo, Einrad, und verschiedenen anderen Tricks bestand.  Die Akrobatiknummer bildeten 2 bolivianischen Mädchen zusammen mit mir und einem der anderen Deutschen. Wir wurden gegen Ende dann immer als Akrobatik mit Bam-Bam und Mustafar angekündigt, was uns immer fast aus der Rolle brachte. Seit den Proben mit der Zirkusgruppe habe ich bei den Bolivianern den Spitznamen Bam-Bam, aus welchen Gründen weiß ich nicht ganz genau. Jedenfalls bestand die Nummer aus ein paar Übungen aus dem Buch Akrobatik mit Kindern die eigentlich doch recht gut ankamen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm folgte seinem Lauf, meistens mit dem Teatro Trono Aleman, also uns deutschen, deren Stück ich ja eben schon beschrieben habe. Dann kam das echte Teatro Trono, deren Stücke und Spielweise ich im folgenden mal ein bisschen erläutern möchte. Man kann diese Art Theater zu machen nämlich nur schwer mit dem deutschen Theater-Theater beschreiben. Es ist Theater, das ursprünglich von der Strasse kommt, und für die Strasse bestimmt ist. Keines der Stücke dauert länger als 20 Minuten, es gibt kaum Requisiten, die Ausdruckskraft des Körpers steht im Vordergrund. Die Themen sind entweder politisch oder gesellschaftskritisch. Z.B. gibt es ein Stück mit dem Namen: Das Land, welches eines Tages den Krieg kaufte. Dort stellen die über 15 Schauspieler erst einmal mit ihren bloßen Körpern ein produktives Volk dar, Fabriken, ein Schlachtbetrieb, Verkauf, etc. Bis ein ausländischer Händler ihnen zur Verteidigung ihres Hab und Gutes, einige Waffen verkauft und sie daraufhin mit einem ebenfalls ausländischen General in den&lt;br /&gt;
Krieg ziehen, solange, bis keiner mehr übrig ist. Dem daraufhin bestürzten und ratlosen Präsidenten des Landes bleibt nichts anderes übrig, als die wirtschaftliche und natürlich ausbeuterische Hilfe desselben Händlers anzunehmen, der ihn vorher beschwatzte seine Waffen zu kaufen, zur Abwehr der ach so vielen Gefahren von außen. Das Trono arbeitet mit einfachsten Mitteln und dennoch sehr ausdrucksstarkem Theater. Neben diesem Stück wurden auch noch der Mercado International, in dem es um die wirtschaftliche Ausbeutung der Entwicklungsländer durch die Industrieländer geht (wie das oben beschriebene eine Adaption aus Büchern von Eduardo Galeano) und das bekannte Stück Des Kaisers neue Kleider von Andersen mit auf die Tour genommen. Außerdem verschiedene kleinere Stücke und Pantomimen aus dem Repertoire der Gruppe, die meist selbstgeschrieben wurden und von denen einige von den Erfahrungen der Straßenkinder erzählen, die das Teatro Trono gegründet haben. Nahezu alle Stücke haben einen satirischen Charakter und in manchen wird die Obrigkeit und die Kirche auf den Arm genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Abschluss einer jeden Aufführung bilden dann wieder die Trommeln, gemeinsam mit den Artisten vom Zirkus, die dann zu der Musik jonglieren und andere Tricks machen, und einem ausgeflippten Tänzer, der die Leute noch mal zum Lachen bringt. So lief es im Prinzip  bei fast jeder Aufführung, wobei es immer anders und deshalb immer wieder aufs neue ein Erlebnis war. Mal spielte man auf einem total belebten Platz, mal in einem eher ländlichen Viertel, wo plötzlich jeder der Einwohner seine Arbeit liegen lässt, um zuzuschauen, mal in einem kleinen Nest, überall auf dem Theaterlastwagen. Mal auf einer Freiluftbühne in einem Zoo, der extra wegen uns keinen Eintritt verlangt. Mal in einem Projekt, mal im Theater einer Universität. So ging dass von Stadt zu Stadt. Und so wie es in jeder Stadt unterschiedliches Brot gibt, gibt es bei jeder Aufführung ein anderes Publikum.             &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Am &lt;/b&gt;wenigsten aufregendes gibt es eigentlich aus Sucre zu berichten, obwohl die Stadt ja die offizielle Hauptstadt und Sitz des obersten Gerichtshofes Boliviens ist. Dort waren eigentlich in Zwei Tagen 4 Auftritte  unter anderem in einem großen geschlossenen Theater  , mehrere Fernseh- und Radiointerviews und Workshops in 3 verschiedenen Projekten geplant. Leider wurde, als man merkte, dass man sich ein wenig übernommen hat, ein großer Teil der Veranstaltungen gestrichen, und so blieben nur 3 Auftritte übrig. Die Fahrt nach Sucre war dennoch sehr ereignisreich, da sich unser Bus, bei der Überquerung eines durch starke Regenfälle entstandenen Flusses ca. 1,5 Meter tief ins Wasser versenkte und nur mittels zweier Baulaster und einem riesigen Bagger, wieder herausgezogen werden konnte, indem man kurzentschlossen den Fluss mit 10 Ladungen Erde umleitete. Den Regen bekamen wir auch während eines Auftritts zu spüren, als mitten in unserem Stück ein heftiger Platzregen herunterging. War aber im Nachhinein eher eine Bestätigung, da nahezu alle der knapp 100 Zuschauer, trotz weniger Regenschirme oder sonstigem Schutz, blieben, um sich das Stück anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Sucre&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Sucre&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Sucre.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sucre ist mir aber als Stadt sehr positiv in Erinnerung geblieben. Die Altstadt ist ähnlich der in Tarija. Enge Gassen, viele schöne, weißgetünchte Häuser, zumindest in meinem Gedächtnis. Viele der Indigenas hier tragen die traditionellen Gewänder der Umgebung. Es gibt auch ein Museum für indianische Textilkunst. Noch beeindruckender ist aber die Casa de la libertad, in der 1825 die Unabhängigkeitserklärung Boliviens (vormals Alto Perus) unterschrieben wurde. Man bekommt hier die Geschichte des Landes sehr authentisch und direkt vermittelt.                     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nach&lt;/b&gt; der Zeit in Sucre ging die Reise weiter in die ehemals reichste Stadt des ganzen Kontinents: Potosí. Heute ist das Departamento Potosí das ärmste Boliviens. Die Stadt, die heute 165.000 Einwohner hat verdankt ihre Existenz dem Silberreichtum ihres Hausberges, dem Cerro Rico (reicher Hügel). Unvorstellbar große Mengen an Silber wurden zwischen 1550 und 1660 von den Spaniern aus dem Kegelförmigen, in verschiedensten Rottönen leuchtenden Berg gesaugt, die den Reichtum im aufstrebenden Europa sicherten. Die Indios schufteten sich unter elendsten Bedingungen in den Minen zu Tode. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch Die offenen Adern Lateinamerikas, von Eduardo Galeano.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir nutzen unseren freien Tag in Potosí, um eine der noch arbeitenden Minen zu besichtigen. Da gerade Sonntag und Karneval war, war allerdings kein einziger Minenarbeiter da, so dass wir schließlich von einem kleinen Jungen von ca. 11 Jahren in eine Mine geführt wurden. Es war fast erschreckend, wie professionell der kleine und führte. Fast wie ein Führer in einem Museum (Haben Sie Fragen, möchten Sie ein Foto machen ?) erzählte er uns die Geschichte der Mine, des Tio, dem Schutzpatron einer jeden Mine, dem Zigaretten in den Mund gesteckt und Alkohol über die Gliedmassen geträufelt wird, für Glück und Stärke der Minenarbeiter, und aus dem Leben der Minenarbeiter. Seine Eltern sind tot und so lebt er zusammen mit seinen 3 Schwestern und einigen Minenarbeitern in einer Lehmhütte am Ausgang der Mine. Die Kinder organisieren, von der Schule  immerhin gehen sie zur Schule  bis zum täglichen Essen, alles selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Aufführungen in Potosi waren insbesondere für mich sehr interessant, da meine Rolle als Alleinunterhalter nun auf ein anderes Level gehoben wurde. Als bei der 1. Aufführung ca. 100 Schulkinder gespannt auf einer steinernen Tribüne saßen und ansehen mussten, wie die Trommelgruppe sich einfach entfernte, um noch mehr Leute anzulocken, sprang ich kurzerhand ein und mir gelang es, durch einfachste Dinge (Passanten imitieren, Grimassen schneiden etc.) die Leute bis zur Rückkehr der Trommeln zu unterhalten. Der Effekt war dann, dass die Kinder jedes Mal wenn ich die Bühne betrat, manchmal auch nur um einen Stuhl hinzustellen, anfingen zu lachen. Das Ganze erweiterte ich dann während der folgenden Aufführungen zu einem kleinen Programm mit Publikumssketchen und kleinen Pantomimen.               &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie&lt;/b&gt; ihr euch vorstellen könnt, gab es neben den zahlreichen positiven Erfahrungen, auch ein paar Probleme, die mir insbesondere im 2. Teil manchmal Kopfzerbrechen bescherten. Zum einen war die Kommunikation zwischen uns Deutschen und den Bolivianern teilweise sehr schlecht. Wir wurden, so kam es mir zumindest vor, oft nur sehr unzureichend in die Organisation verschiedener Programmpunkte mit eingebunden, obwohl wir darauf aufmerksam machten,  sowohl das Potenzial, als auch die Zeit dafür zu haben. Manchmal wurden uns Dinge, Änderungen oder Probleme gar nicht oder zu spät mitgeteilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Punkt war meiner Meinung nach die fehlende Reflexion. Es gab so gut wie nie eine Nachbereitung der Aufführungen, obwohl einige Stücke der Bolivianer, aber auch wir deutschen ein Feedback teilweise dringend nötig gehabt hätten. Dabei muss die Hauptkritik eigentlich an den beiden Hauptverantwortlichen geübt werden, die zwar oft viel um die Ohren und deshalb nicht viel Zeit hatten. Es kam jedoch häufiger vor, dass beide am Ort der Aufführung waren, sich die einzelnen Nummern aber nicht anschauten, sondern entweder miteinander oder mit einer 3. Person redeten oder sich ausruhten. Bis zum Ende hatte unser Stück noch einige sprachliche Mängel, auf die uns niemand aufmerksam machte. Und viele, besonders der jungen Schauspieler hätten ein wenig Lob oder aber auch konstruktive Kritik gebraucht. Wenn es mal große Gesprächsrunden mit der ganzen Gruppe gab, wurden darin meistens über nichtige Kleinigkeiten oder über Probleme einzelner geredet, selten über Inhalt oder Ablauf der Auftritte. Auch nach der Reise gab es bisher keine Reflexion. Wenn überhaupt wird diese in frühestens 2 Wochen stattfinden.             &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;In Oruro &lt;/b&gt;schloss unsere Tour dann mir einigen sehr schönen Aufführungen ab, von denen besonders die letzte hervorzuheben ist, bei der wir aufgrund krankheitsbedingtem Ausfall von Phillip unser Stück umbesetzten und zusammen mit einigen Bolivianern eine sehr gelungene Aufführung hinbekamen. Ansonsten gibt es von Oruro nicht viel zu berichten, außer Karneval. In Oruro gibt es nach Angaben der Stadt den besten, tollsten und schönsten Karneval der Welt, noch besser als der in Rio. 2 Wochen vorher wird dort immer am Wochenende so etwas wie Vor-Karneval gefeiert, bei denen die Tanz und Musikgruppen schon einmal proben. Während dieser Zeit gibt es, wie auch im ganzen Land, den hübschen Brauch, dass alle Kinder und Jugendlichen ständig Wasserbomben und Spritzpistolen bei sich tragen und nahezu alles nass machen, was ihnen in die Quere kommt. Besonders Mädchen und Frauen sind stark davon betroffen, und in Oruro sind diese kleinen Späße teilweise zu riesigen Schlachten ausgeartet, bei denen sich dann entweder 2 Gruppen gegenseitig bekriegen, oder aber bis zu 30  40 Jungen hinter einem Mädchen herrennen, welches meistens nicht in Ruhe gelassen wird, bis es von oben bis unten klitschnass ist, inklusive Schulmaterial. In El Alto angekommen sind wir dann auch schon einigen Male mit Wasserbomben regelrecht überfallen worden, wobei es meistens glimpflich ausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Charquekan - Essen in Oruro&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Charquekan - Essen in Oruro&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Charquekan-Essen-in-Oruro.jpg&quot; /&gt;            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Am 24.&lt;/b&gt; werden wir uns wieder nach Oruro begeben, um dort mit 10 anderen Freiwilligen und den Leitern unserer Organisation den richtigen Karneval erleben werden, bevor es zum eigentlichen Zwischentreffen, mit Workshops, Vorträgen, Reflexionen etc, nach Cochabamba weitergeht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, das ist jetzt ein verdammt langer Bericht geworden, aber ich hoffe, er ist dennoch lesenswert und ihr langweilt euch nicht. Falls doch, sagt bitte Bescheid, ich bin immer offen für Kritik und Verbesserungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis bald,&lt;br /&gt;
euer Christoph&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Gruppenfoto&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Gruppenfoto&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Gruppenfoto.jpg&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-02-21T17:20:40Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1444090/">
    <title>Urlaub und die Ruhe vor dem Sturm ?</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1444090/</link>
    <description>- 5. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien -  	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Dieser&lt;/b&gt; Bericht handelt von Urlaub. Von Weihnachten und Silvester. Und von der bevorstehenden Tournee, die uns 4 Zivis aus El Alto gemeinsam mit dem Kulturzentrum COMPA durch ganz Bolivien führen wird. Und natuerlich von Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst einmal möchte ich noch einmal rückblickend auf die Präsidentschaftswahlen vom 18. Dezember eingehen. Wie schon berichtet wurde Evo Morales, dem Vertreter des linken Bündnisses MAS (Movimiento al Socialismo) die größten Chancen eingeräumt. Er gewann die Wahlen mit einer unerwartet hohen Mehrheit von 51,1 %. Das hat in den letzten 20 Jahren kein einziger Kandidat geschafft. Insofern war der Tag der Wahlen ein herausragendes Ereignis in der Geschichte Boliviens. Nicht nur, dass erstmals ein Indigena zum bolivianischen Staatsoberhaupt gewählt wurde, die Klarheit seines Sieges ist auch ein Zeichen dafür, das er es vielleicht schaffen kann, die verschiedenen Volksgruppen des Landes aneinander heranzuführen. Denn der MAS konnte sowohl in den Departements des Altiplano, in denen vorwiegend Aymara und Quechua leben, als auch in den anderen Departements hohe Prozentzahlen erreichen. Im Departement Santa Cruz, das als sehr konservativ und eher rechtsgerichtet gilt, kam der MAS mit 32,7 % auf den 2. Platz hinter der neoliberalen Partei PODEMOS. Diese Partei wurde insgesamt zweitstärkste Kraft hinter dem MAS. Die Unidad Nacional (UN) belegte wie erwartet den 3. Rang, allerdings mit enttäuschenden 8,1% der Stimmen.&lt;br /&gt;
Insgesamt beteiligten sich etwas mehr als 3 Millionen Menschen an den Wahlen was ca. 40 % Prozent der Bevölkerung entspricht. In Anbetracht der Tatsache das weitere  40 % der Bevölkerung nicht Wahlberechtigt sind, eine recht ordentliche Zahl. Und so sprachen viele der Journalisten und Politiker an diesem Tag von einem Sieg der Demokratie. Allerdings muss man auch bedenken, dass wer nicht zur Wahl geht ernsthafte Probleme bekommt, wenn er eine Arbeit finden will. Fast 7 % der Wahlzettel wurden leer abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Evo mit fast 20 Prozentpunkten vor PODEMOS liegt, wird er nicht ohne die anderen großen Parteien regieren können. Im Parlament besitzt der MAS mit 65 von 157 Sitzen zwar die Mehrheit, allerdings nur mit 4 Sitzen vor PODEMOS mit 61. Diese Angleichung der Mehrheiten resultiert hauptsächlich aus den Wahlen der Direktmandate, die PODEMOS eindeutig für sich entscheiden konnte. Diese Partei hat auch im Senat die Mehrheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evo Morales wird am 22. Januar als Präsident hier in La Paz vereidigt werden. Das dies ein wirklich historisches Ereignis in der Geschichte Lateinamerikas ist zeigt das angekündigte Kommen von Persönlichkeiten wie Hugo Chavez, Fidel Castro, Gabriel Garcia Marquez, Rigoberta Menchu und anderen. Laut Ivan, dem Leiter meiner Arbeitstelle wird die Nacht auf den 23. Januar eine einzige große Party. Die Zeit seit den Wahlen ist allerdings, so scheint es mir zumindest, die ruhigste Zeit seit meiner Ankunft hier. Man wartet. Vielleicht kommt nach der Ruhe ja der Sturm. Änderungen der Politik sind jedenfalls so gut wie sicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nebenbei sei noch bemerkt, dass in einigen deutschen Medien im Vorfeld oft ein recht verzerrtes Bild von Evo Morales wiedergegeben wurde. Im Tagesspiegel Berlin erschien bspw. Artikel, der in weiten Teilen ein unserer Meinung nach völlig falsches Bild der derzeitigen Situation wiedergibt. Ein Grund für die falsche Berichterstattung mag besonders die hiesige Konfusion während des Wahlkampfes gewesen sein, was die Zukunft von Gas- und Ölressourcen Boliviens angeht. Insbesondere wurde der Begriff Verstaatlichung (aller möglicher Dinge) so oft missbraucht, das am Ende eigentlich niemand mehr wusste, was denn jetzt wer genau machen will. Am wenigsten Ahnung hatten vermutlich die Journalisten.             &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Aufgrund&lt;/b&gt; der Feierlichkeiten hat das COMPA auch seine Tournee verlegt , die durch fast alle größeren Städte Boliviens führen wird. Vom 24. Januar bis zum 16. Februar wird gereist, Theater gespielt und politische Arbeit gemacht. Der Teatro Camion Theaterlastwagen wird zunächst in Santa Cruz, dann in Tarija, Potosi und Oruro Halt machen. Danach geht es über die Hauptstadt Sucre wieder zurück nach El Alto. In jeder dieser Städte werden wir und ca. 18 bolivianische Jugendliche und 5 Betreuer sowohl auf der mobilen Bühne dieses Lastwagens auftreten, als auch auf öffentlichen Plätzen und wahrscheinlich in dem ein oder anderen Theater. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben in diesem Zusammenhang ein eigenes Stück geschrieben, das von unseren vergeblichen Bemühungen ein kostenloses Jahresvisum zu erhalten, handelt. Dabei trifft die Hauptperson, ein deutscher Volutario, immer wieder auf Menschen, die ihm einerseits Einblicke in die bolivianische Kultur eröffnen und ihn auf der anderen Seite auf die Probleme ihres Landes aufmerksam machen. Außerdem versuchen wir auch ein wenig auf die hiesigen Vorurteile gegenüber Deutschland einzugehen (Hitler; Bier etc.). Derzeit sind wir dabei, das Stück zu proben und bühnenreif werden zu lassen. Insgesamt gibt es ca. 17 Charaktere von denen 16 Charaktere nur von 3 Leuten gespielt werden. Insofern steht noch ein recht hartes Stück Arbeit vor uns, was die Koordinierung von Abläufen, das Basteln von Requisiten und die Beschaffung von Kostümen betrifft. Glücklicherweise hilft uns ein bolivianischer Jugendlicher bei der Textarbeit. Außerdem werden wir bei den Akrobatiknummer des Circusworkshops mitmachen und vielleicht noch bei der ein oder anderen Jonglagenummer. Außerdem wird unsere Arbeit im Auf- und Abbau der Bühne und in der Organisation der Auftritte bestehen. Neben den gemeinsamen Auftritten mit der gesamten Gruppe werden wir auch in Kleingruppen arbeiten und Straßentheater machen. Daneben möchte ich auch noch einige Sozialprojekte (bes. in Santa Cruz) besuchen. Ich bin sehr glücklich über diese einmalige Möglichkeit, fast das ganze Land einmal weniger aus der Sicht eines Touristen kennen zu lernen, sondern als Teil des COMPA mit einer konkreten Aufgabe. Ich hoffe, die Tour wird ein Erfolg und wir haben ausreichend Gelegenheit, uns die Städte auch ein wenig anzusehen.            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Am&lt;/b&gt; 13. Januar hatten wir ein Gespräch mit Frau Irene Tokarski von der Deutschen Botschaft in La Paz. Sie ist eine der Verantwortlichen für die Koordination der deutschen Entwicklungshilfe in Bolivien. Außerdem arbeitet sie als Dozentin im Fach Theologie an der katholischen Universität La Paz. Es war ein interessantes und Aufschlussreiches Gespräch in sehr freundlicher Atmosphäre. Themen waren unter anderem die deutsche Entwicklungshilfe in Bolivien und die derzeitige politische Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Entwicklungshilfe hier konzentriert sich auf folgende drei Schwerpunkte: Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, nachhaltige Landwirtschaft, wozu auch die nachhaltige Entwicklung von Naturschutzgebieten zählt, und Demokratieförderung. Die Hauptarbeitsgebiete sind ländliche Gebiete und kleinere Städte, wie z.B. das Dschungelgebiet nördlich von La Paz, der Chaco, die alten Minengebiete nördlich von Potosi. Die Arbeitsgebiete sind alles starke Armutsregionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Botschaft ist, was Entwicklungshilfe betrifft, das Koordinierungszentrum innerhalb Boliviens. Hier laufen die verschiedenen Stränge zusammen. Auf der einen Seite sind da die großen deutschen Entwicklungshilfeorganisationen wie die GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit  macht u.a. viel Beratung im Bereich Lokalpolitik), oder die KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau  sie stellt vor allem günstige Kredite zur Verfügung, gibt aber auch Schenkungen), sowie Personaldienste wie der DED (Deutscher Entwicklungsdienst  welcher vorrangig mit Zivilgesellschaften zusammenarbeitet, aber auch mit Municipien), die bolivianischen Institutionen Fachpersonal anbieten, die vor Ort nicht zur Verfügung stehen. Meistens wird dann für ein bestimmtes Projekt ein Vertrag zwischen der Bundesregierung und einer der Entwicklungshilfeorganisationen geschlossen. Auf der anderen Seite hält die Botschaft natürlich Kontakt zu den bolivianischen Behörden und Organisationen (wie z.B. das Landwirtschaftsministerium). Das Ziel ist laut der Mitarbeiterin der Botschaft grob gesagt, auf der einen Seite vor Ort eine nachhaltige Entwicklung in den drei oben genannten Bereichen zu fördern, und auf der anderen Seite eben auf Departamentaler und nationaler Ebene dementsprechende Politik der bolivianischen Behörden zu erreichen und dabei die Erfahrungen vor Ort mit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutschland liegt, was die Höhe der Entwicklungshilfe betrifft nach den Vereinigten Staaten und Japan an dritter Stelle. Danach kommt noch die Niederlande. Wobei die höhe der finanziellen Hilfe von den Ländern selbst angegeben wird und beispielsweise das Gehalt der Entwicklungshilfebeauftragten der deutschen Botschaft auch mit eingerechnet wird. Auch die Methoden sind unterschiedlich, beispielsweise wird von den USA viel Aufwand und Geld in die Drogenbekämpfung gesteckt, wobei man hier den Begriff Entwicklungshilfe hinterfragen muss, da Teile der Gelder nicht in nachhaltige Projekte fließen und bei denen vorrangig eigene Ziele eine Rolle spielen (Unterbindung des Drogenhandels in die USA). Aber es gibt auch zahlreiche andere, durchaus beispielhafte Projekte, z.B. in den Bereichen Gesundheit und Erziehung, aber auch Kultur. Die Japaner machen sehr viele konkrete Dinge (Bau einer Schule o.ä.) und sind deshalb bei der Bevölkerung auch sehr beliebt. Auch die Europäische Union ist vertreten. Sie arbeitete in den letzten Jahren besonders stark in der Region Chapare, eines der Kokaanbaugebiete, aus dem auch Evo Morales stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bolivien ist das von Entwicklungshilfe abhängigste Land Lateinamerikas. Vor einigen Jahren gab es 1800 verschiedene staatliche Projekte, die gefördert wurden. Ein riesiger Aufwand, wenn man bedenkt, das normalerweise für jedes Projekt einmal im Jahr ein Evaluierungsbericht geschrieben werden muss, der je nach Geldgeber unterschiedlichste Kriterien zu erfüllen hat. In Bolivien gibt es ein eigenes Vizeministerium (Ministerio de Planification y Financimiento), welches für die verschiedenen Projekte zuständig ist. Alle 3 Jahre gibt es Verhandlungen zwischen Deutschland und Bolivien, in denen insbesondere die zukünftigen Schwerpunktthemen und Regionen besprochen werden und gemeinsame Ziele vereinbart werden. Bis zu einem konkreten Projekt kann es allerdings noch lange dauern. Von der Idee bis zum Beginn der eigentlichen konkreten Planung kann schon mal ein Jahr vergehen, was hauptsächlich an dem hohen bürokratischen Aufwand und an den recht häufigen Regierungswechseln hier in Bolivien liegt. Die Durchführungszeit liegt bei bis zu 10 Jahre. Alle Projekte sind darauf ausgelegt, später selbstständig von den Bolivianern weitergeführt werden zu können. Die großen Organisationen schicken Entwicklungshelfer (Fachleute), die das Projekt aufbauen und später übergeben. Es gibt Großprojekte, wie der Bau einer Kläranlage und die sog. Kleinstprojekte zur Armutsbekämpfung (Umfang: bis 8000 &#8364;). Dazu gehört bspw. eine Bewässerungspumpe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein größeres Projekt ist z.B. der biologische Anbau von Kaffee im Madidi-Nationalpark im Norden von La Paz. Ziel ist es, den Bewohnern des Naturschutzgebietes einen Unterhalt zu garantieren, damit diese nicht den Wald abholzen, jagen, überfischen etc. Der sehr hochwertige Kaffee wird von einer Kaffeehauskette hier in La Paz abgenommen. Die allgemeinen Bedingungen für die Realisierung eines Projekts sind in der Regel immer die Einhaltung der Menschenrechte, Bürgerbeteiligung, Gleichberechtigung der Geschlechter und in vielen Fällen der Umweltschutz. Wobei dieser in einem Land, das vorrangig mit riesigen Armutsproblemen zu kämpfen hat, öfters mal auf Probleme stößt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Aussagen von Frau Tokarski wird stark auf Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit mit den Bolivianern Wert gelegt, wobei natürlich in der Praxis auch manche Projekte nicht so laufen wie man sich das vorstellt. Im Gegensatz zu manchen anderen Nationen wird darauf geachtet, dass möglichst niemand (z.B. deutsche Multinationale Firmen) von der Entwicklungshilfe profitiert, außer die an dem Projekt beteiligten Menschen. In den meisten Fällen versucht die deutsche Entwicklungshilfe eine politisch neutrale Stellung einzunehmen. So auch bei den Verhandlungen über  Abbau und Verkauf der bolivianischen Gas- und Ölressourcen, bei denen es durchaus Geldgeber gab  insbesondere die Länder, deren Firmen an der Ausbeutung der Ressourcen beteiligt sind  die versucht haben, bestimmte Bedingungen durchzusetzen, von denen das eigenen Land profitiert. Insofern scheint die deutsche Entwicklungshilfe nach meinem Eindruck im Vergleich zu anderen Ländern hier in Bolivien recht vorbildlich zu sein. Es gibt allerdings auch Fälle, die Anlass geben, dies anzuzweifeln. Dazu gehört auch das Verhalten der GTZ während der Wasserkriege in Cochabamba 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Aufgabenfeld Entwicklungshilfe ist die Botschaft natürlich auch noch die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland, und des weiteren Anlauf- und Beratungsstelle für alle Deutschen. Insbesondere wenn es um Rechts- und Konsularfragen geht.             &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserdem haben wir Frau Tokarski auch noch zur aktuellen Politik befragt. Es folgt ein nachbearbeiteter Mitschnitt des Gesprächs:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was halten Sie persönlich von Evo Morales und den neuesten politischen Entwicklungen in Bolivien ?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, zum einen muss man festhalten, das noch niemand mit einem solchen Ergebnis in Bolivien eine Wahl gewonnen hat. Ich denke, dass dies insgesamt, im Hinblick auf die Ausgangssituation im Dezember der bestmögliche Ausgang ist. Wenn es zu einem Patt (zwischen Evo und PODEMOS) gekommen wäre, und dieser Stillstand  weder vor noch zurück  weitergegangen wäre, das wäre sicherlich schlechter gewesen. Viel kann man im Moment nicht sagen, jetzt muss man schauen was er macht. Die Stimmung im Volk ist, so wie ich das mitbekommen habe, sehr gut. So gut wie schon lange nicht mehr. Sogar die oberen und mittleren Schichten sagen: Jetzt lassen wir ihn mal machen. Vielleicht klappt es ja. Mal sehen. Evo scheint mir, im Gegensatz zu Chavez (Venezuela), der ja immer wieder versucht, ein wenig gegen die USA zu rebellieren, ein recht kluger Staatsmann zu sein, dessen Programm und dessen Aussagen sich in den letzten Jahren sehr deutlich entradikalisiert haben. Auch das Programm des MAS ist durchaus vernünftig und gut. Und die Partei besteht ja aus einer Reihe Intellektueller und Fachleute aus den verschiedensten Bereichen. Der Punkt ist eben, das keiner von denen vorher schon einmal politische Arbeit gemacht hat. Insofern muss man natürlich auch damit rechnen, dass Fehler gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was ist der Standpunkt der Bundesregierung ? Gibt es eine Stellungnahme ?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein. Ein Glückwunschtelegramm von Frau Merkel, mehr nicht. So wie das in solchen Situationen üblich ist. Das ist auch ganz klar, Evo ist ein demokratisch gewählter Präsident, mehr braucht die Bundesregierung dazu auch nicht zu sagen.             &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;In&lt;/b&gt; meinem letzten Bericht habe ich ganz vergessen, wie die Geschichte mit unserem Visum weitergegangen ist. Nun ja, nachdem wir alle nötigen Dokumente besorgt hatten  und dafür etliche Stunden Zeit und einiges an Geld geopfert hatten  ging es mal wieder zur Einwanderungsbehörde, voller Hoffnung, endlich ein Visum zu bekommen. Wir hatten noch genau 3 Tage bis zur Illegalität. Leider hatte der Chef der Migracion gewechselt und nun saß ein, wie wir später erfuhren, noch größerer Verbrecher hinterm Schreibtisch, als vorher. Phillip, unser Ländersprecher sprach mit ihm, und nachdem er ohne Begründung verneinte, es hätte jemals auch nur die Hoffnung auf ein Visum gegeben, wurde Phillip etwas lauter. Worauf Herr Rodriguez nur meinte, es gefiele ihm nicht, in welchem Ton Phillip spräche, und außerdem sei es unsere eigene Entscheidung gewesen, hierher zu kommen. Dann verlangte er auch noch 600 Bolivianos (60 &#8364;) von uns mit dem Hinweis, einer unser Stempel sei ungültig. Demnach wären wir 60 Tage illegal hier gewesen und müssten pro Tag einen &#8364; zahlen. Natürlich völliger Schwachsinn und ein Versuch, mal eben ein wenig dazu zu verdienen. Wir haben nicht gezahlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, danach erst einmal Ratlosigkeit. Dann die Idee, wir gehen zur Botschaft. In der Botschaft empfängt uns Herr Mathias Müller, der eigentlich keine Ahnung hat, dies auch zugibt und mit uns sofort zu einem gewissen Herrn Seligmann  Deutschbolivianer und schon seit 30 Jahren für die Botschaft arbeitend  führt. Herr Seligmann ruft einen Kumpel an  keine Ahnung wen - und bittet freundlich darum, doch so bald es geht mit seinen Stempelchen vorbeizuschauen. Einen Tag später hat jeder von uns 2 neue Stempel (Einreise  Ausreise) in seinem Pass mit weiteren 90 Tagen Legalität. Ausserdem hat Seligmann mit dem Vizeaussenminister telefoniert, der dafür sorgen soll, dass wir so bald es geht ein Diplomatenvisum erhalten. Und weil sich dies wegen Wahlen, Regierungswechsel etc. noch ein wenig verzögern kann, sollen wir einfach in 3 Monaten wiederkommen, zwecks Stempelerneuerung. Manchmal muss man eben zurückschummeln.                   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nun&lt;/b&gt; vielleicht noch kurz zu Weihnachten und Silvester. Wie ich ja schon angekündigt hatte, waren wir über die Feiertage 12 Deutsche (6 Zivis aus Bolivien, 2 aus Peru, eine Freiwillige aus Kolumbien, sowie 3 Weltbereisende). Nachdem wir am Vorweihnachtsabend es endlich geschafft hatten, den gesamten Müll (eine Kleinlasterladung voll von allem möglichen Gerümpel und Dreck von tausend Jahren) von unserer Garage in einen Müllcontainer zu befördern, konnten wir das Weihnachtsfest ausgeglichen und guter Stimmung begehen. An Heiligabend wurde auf dem Dach ein Grill gebaut und es gab ein wirklich fulminantes Weihnachtsgrillen mit allerlei Saucen, Salaten etc. Den Höhepunkt bildeten in der Glut gebackene Bratäpfel mit Mandelfüllung und selbstgemachter Glühwein. Später wurde dann ein echter Weihnachtsbaum angezündet (die Kerzen) und die von mir in einer Wochenendschicht gebackenen Plätzchen gegessen. Alles in allem ein toller Abend. Am 25. ging es dann Abends hinunter nach La Paz zum Llama essen und feiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Silvester war ebenfalls sehr schön. Wir feierten in Cusco (Peru), wobei schon die Fahrt dorthin sehr erlebnisreich war. Cusco war früher die Inkahauptstadt und wurde als der Nabel der Welt bezeichnet. Leider hatten wir aufgrund Zeitmangels keine Gelegenheit, die zahlreichen Ruinen in der Gegend anzuschauen. In Cusco selbst gibt es nicht so viele Übrigbleibsel aus der Inkakultur, dafür aber einige Kirchen und andere Bauten aus der Kolonialzeit. Was vielleicht auch noch interessant ist: Peru ist ca. doppelt so teuer wie Bolivien, zumindest in einigen Bereichen. Außerdem ist Cusco so verdammt touristisch, dass es teilweise wirklich ungemütlich wird. Unser Silvesterfest bestand aus Kürbissuppe, Mousse-au-Chocolat, Cocktails und Vorfeiern in der Freiluftküche unseres Hostals, sowie einer riesigen Party auf dem zentralen Platz in Cusco mit Hunderten von Menschen (Einheimische und Touristen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar ging es dann gleich morgens wieder zurück nach La Paz, was sich als sehr anstrengend herausstellte. Da ich nur noch wenig Geld hatte, bestand mein Proviant für die mehr als 12stündige Fahrt aus gerade mal einer Flasche Wasser. Außerdem musste ich ständig darum Bangen, ob ich es noch rechtzeitig, d.h. vor Schließung der Einwanderungsabfertigung, d.h. legal, über die Grenze schaffen würde. Als ich schließlich zuhause war, hatte ich gerade mal noch genau 1 Boliviano (10 Eurocent) übrig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Tortur hatte sich gelohnt, denn am nächsten Tag ging es los auf eine zwar größtenteils verschneite und verregnete 4-Tägige Wandertour auf alten Tiwanaku- pfaden hinunter in die Yungas. Insgesamt bewältigten wir dabei einen Höhenunterschied von mehr als 3500 m (von 4800 auf 1300). Trotz des Regens, der anfänglichen Kälte und am Ende haufenweise  Moskitos, hat sich dieser Trip wirklich gelohnt, besonders aufgrund der überwältigenden Landschaft und des Naturerlebnisses. Am letzten Tag wurde dann noch bei ca. 30 Grad ein Bad im Fluss genommen, bevor es auf dem Rücken eines Lastwagens wieder hoch ins kalte La Paz ging. Die Tour hatten Ivan, ein Betreuer eines der Zentren in denen wir arbeiten und Phillip, unser Ländersprecher organisiert, vielen Dank dafür nochmals.		              &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Tja&lt;/b&gt;, soweit sogut, ich hoffe ihr alle hattet ebenfalls ein schoenes Weihnachtsfest und seid gut ins neue Jahr gekommen. Mein naechster Bericht wird wohl hauptsaechlich von der Trono-Tournee handeln und so um den 20. Februar erscheinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis dahin, machts gut.&lt;br /&gt;
Christoph&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;PS:&lt;/b&gt; Von dem Geld, das durch den Verkauf von bolivianischen Muetzen und Schals eingenommen wurde, habe ich einen 1.-Hilfe-Koffer fuer das Jugendzentrum SerJoven gekauft, in dem ich Theaterworkshops mache. Weitere Anschaffungen bzw. Aktivitaeten werden demnaechst realisiert werden. Vielen Dank erst einmal an Luki und Rikki</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-01-20T18:33:58Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1372315/">
    <title>Der große Wandel</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1372315/</link>
    <description>- 4. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien -  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In genau 4 Tagen, am Sonntag den 18. Dezember wird in Bolivien ein neuer Präsident gewählt. Aus diesem Anlass schicke ich euch meinen Bericht schon ein paar Tage früher als sonst und habe meinen Artikel über die derzeitige politische Lage angehängt, der auch in unserer Freiwilligenzeitung erscheinen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Strasse geht, Fernsehen oder Radio anschaltet, ist vor allem von einem die Rede. Vom Wandel. El Cambio soll alles besser werden lassen, und obwohl einige Parteien gar nicht so sehr für ihn stehen, wird er doch von allen gepriesen. Und noch etwas ist ganz erstaunlich: Für alle Bolivianer soll er sein, der Wandel. Und trotz fast unüberschaubaren Problemen, glauben alle daran. Zumindest alle Politiker. Im Volk ist vor allem eines zu erkennen. Unzufriedenheit, Unsicherheit und Misstrauen. Mehr möchte ich gar nicht dazu schreiben, nur soviel. Mein Eindruck ist dass eigentlich niemand so recht weiß, ob diese Wahlen wirklich etwas ändern werden, und dass es durchaus zu neuer Gewalt kommen kann. Egal wer an die Macht kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles weitere zu den Wahlen findet ihr in meinem Artikel: &lt;a title=&quot;&quot; href=&quot;http://sechsinbolivien.twoday.net/files/Der-Bettler-auf-der-goldenen-Bank/&quot;&gt;Der-Bettler-auf-der-goldenen-Bank&lt;/a&gt; (pdf, 192 KB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber noch kurz zu meiner Arbeit. Eigentlich hat sich nicht viel neues getan, außer das hier seit einer Woche Ferien sind und deshalb die Schulen geschlossen sind. Die Folge davon ist, dass wir ein wenig mehr Freizeit haben, die ich unter anderem für das schreiben von Artikel benutze. Und für das Spanischlernen in Form von Gesprächen und Literatur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem arbeite ich seit ca. 2 Wochen als Basketballtrainer in der Behindertenschule, in die wir auch mit der mobilen Schule gegangen sind. Die Arbeit macht wirklich sehr viel Spaß. Die Mannschaft, die sozusagen neu gegründet wurde besteht aus ca. 9 Taubstummen und 2 geistig Behinderten und einem körperlich Behinderten. Und mir. Erstaunlicherweise ist die Kommunikation gar nicht so schwierig. Man verständigt sich immer irgendwie. Das einzige was wirklich anstrengend ist, ist das man nicht einfach mal ordentlich rumbrüllen kann bis keiner mehr dribbelt oder irgendwas anderes macht. Wenn ich pfeife oder rufe hört mich eben niemand. Und die drei die mich hören, können sich nicht lange konzentrieren und albern dauernd rum. Trotzdem ist es eine sehr spaßige Angelegenheit und die Kids lernen teilweise echt schnell. Der beste Spieler ist einer der beiden geistig Behinderten. Er hat es zwar technisch überhaupt nicht drauf, aber er hat eine sehr gute Übersicht. Leider kann man ihm auch fast nichts beibringen, weil er sich wie gesagt nie auf eine Sache konzentrieren kann und total hyperaktiv ist. Die anderen werden ihn also evtl. bald überholt haben. Das einzige große Problem besteht beim Spiel. Als Schiedsrichter braucht man immer ewig lange um das Spiel zu stoppen, weil einen eben keiner hört. Ich werde deshalb versuchen, einen Fluter zu organisieren, um bei Regelverstößen durch Lichtsignale auf mich aufmerksam machen zu können. Heute habe ich mir aber vorerst mal den Basickurs bolivianische Zeichensprache kopiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben meiner sonstigen regelmäßigen Arbeit (Englisch; Theater) habe ich diese und die letzte Woche zusammen mit einem aus dem Zentrum einen Menschenrechtsworkshops für Kinder aus einem anderen Kulturzentrum angeboten. Wir haben dabei auch sehr viel mit Theater gemacht, besonders bei den  Themenschwerpunkten Selbstbewusstsein und Identität. Weitere Themen waren die Rechte der Kinder, und der Umgang mit der Umwelt. Bei dem letzten Thema aber hat mir der Arbeitsstil meines bolivianischen Kollegen Rätsel aufgegeben. Er brachte Müll mit in den Workshop. Zum einen wollte er damit demonstrieren, dass es verschiedene Arten von Müll gibt (Kompost, Plastik etc.). Die zweite Erkenntnis, die er vermittelte war, dass man Müll nicht wegwerfen soll, sondern dass man aus einigen Sachen ja wunderbar Spielzeug machen könne. Das stimmt ja auf der einen Seite, andererseits ist es nicht sehr weit gedacht. Ich denke es ist viel wichtiger, den Kindern beizubringen, ihren Müll verantwortungsvoll zu entsorgen und nicht einfach auf die Strasse zu schmeißen. Leider konnte ich danach auch noch miterleben, das selbst der Instruktor nichts aus seinen eigenen Reden gelernt hatte. Kaum hatten wir das Zentrum verlassen, landete der mitgebrachte Müll auf der Strasse.&lt;br /&gt;
Ansonsten ist der Workshop aber sehr gut gelaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten gibt es vorerst nichts neues zu berichten, außer dass wir einen Wasserrohrbruch haben und dass die Weihnachtszeit hier eher zu wünschen übrig lässt, was Festlichkeit und gemütliches Beisammensein angeht. Über die Feiertage wird sich das vielleicht ändern. So etwas wie Advent oder Nikolaus gibt es hier nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr euch allen. Den nächsten Bericht gibts im Januar. Fotos auf der Homepage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2006-01-06T19:44:16Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1323434/">
    <title>Frohe Weihnachten</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1323434/</link>
    <description>Liebe Freunde,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die sechs Zivis wuenschen allen ein schoenes Weihnachtsfest. Wir selbst werden die Feiertage gemeinsam mit Freunden aus Peru und Deutschland, mit echtem Weihnachtsbaum und Plaetchen, leckerem Essen und Gluehwein hier in El Alto verbringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bis bald&lt;br /&gt;
Christoph</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Allgemein</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-24T20:45:10Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1271565/">
    <title>wochenende in brasilien</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1271565/</link>
    <description>hallo liebe freunde,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oh man sorry dasm ich mich so lange (uebers wochenende) nicht gemeldet habe. das war kein boeser wille und ich wollte auch nicht, dass sich irgendjemand sorgen macht, aber ich konnte nichts daran aendern. ich werde euch kurz mal die sachlage vom vergangenen wochenende schildern, dass jetzt zu meinen 15 extremsten, eindruckstvolsten und tollsten erlebnissen seit meiner geburt zaehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
am freitag abend war ich mit dem bus auf dem weg nach brasilien. alles war ein wenig hektisch und ich hatte nicht mehr viel geld zuhause. aber bei diesen ganzen abschiedsbriefen hat mir irgendjemand aus meiner gemeinde hannover sued einen briefumschlag mirgegeben mit einem kleinen brief und 20 &#8364;. ich hatte diesen brief erst hier in bolivien geoeffnet und dachte so: super nett, aber was soll ich hier mit 20 &#8364;? am freitag hatte ich so wenig geld, dass ich diese 20 &#8364; plus von mir noch 10 &#8364; in us $ tauschen musste. natuerlich ist der wechselkurs reine abzocke, aber es ging nicht anders. so dann mit dem bus nach puerto quijarro (grenzstadt in bolivien zu brasilien). die fahrt hat 24 statt 17 h gedauer, aber das ist normal. bilanz nach der fahrt: 2 geplatzte reifen und nur ein ersatzreifen, wie sie damit die zwei geplatzten hinbekommen haben weiss ich echt nicht, aber es ging; ein lkw lag ungestuertz im graben; die strasse bestand zu 80 % aus sand; 15% waren teerstrasse und 5 % fluesse die durchquert werden mussten. die fluesse sind so tief, dass das gepaeck unter uns teilweise total, aber sowas von total nass war. da ich nur wenig gepaeck mit hatte hatte ich nur handgepaeck, was ich echt gut fande. in puerto quijerro angekommen gleich an die grenze und mir einen ausreisestempel geben lassen, und dann von dem grenztypen in der bolivianischen imigration erfahren, dass die brasilianische imigration schon zu hat. gut ich wieder zurueck nach puerto quijarro, weil bolivien einfach billiger zum uebernachten ist. dem hoteltypen gesagt, dass er mich bitte am naechsten morgen um 6 h wecken soll. hat ergemacht und ich sachen gepackt und kurz ueberlegt, wieviel geld ich noch so ungefaehr habe. oh mist koennte knapp werden dann laefst du mal lieber zur grenze. geschaetzte 5 km marsch, kann aber auch weniger gewesen sein und dann gleich rueber. da von einem taxifahrer nach brasilien rein und erstmal bescheissen lassen. die brasilianische ersatzimigration, die immer am wochenende auf hat, hatte dieses wochenende angebliche pc-probleme und konnte keine leute ins land lassen. einige brasilianier haben es angeblich doch geschafft, aber genaueres weiss ich auch nicht. dort an der imigration warteten mit mir bestimmt noch 40 andere personen um reingelassen zu werden, in der hoffnung, dass sich das angebliche pc-problem erledigt und man nach brasilien rein darf, sprich einen einreisestempel bekommt. ich wartete so 9 - 10 h ohne erfolg, aber ich hatte wahnsinnige gute gespraeche mit den leuten da. da waren folgende leute mit denen ich mich unterhalten habe: 3 ueber 40 jaehrige fraune, die einfach mal keine lust mehr auf ihrer maenner hatten und alleine durch brasilien reisen wollten; ein brasilianischer alter mann der altsheimer hatte und mir 3 mal erzaehlt hat, dass er einen sohn hat, der in deutschland lebt, das hat er mir immer auf englisch erzaehlt und mir vorgefuehrt, was ernoch so alles fuer sprachen sprechen kann (protugisisch, spanisch, englisch, franzoesisch) und er hat sich super gefreut, dass endlich mal wieder jemand da war, mit dem er auf englisch reden konnte; eine peruanische familie war auch dabei und wartete mit ihren 3 kleinen kindern und noch jede menge anderer menschen habe ich dort kennen gelernt. es kam auch ein netter junger typ auf mich zu, dessen mutter eine herberge in corumbá (brasilianische stadt an der grenze) hat und natuerlich von dem problem in der imigration wusste. er bot mir seine hilfe an und versuchte meine situation auf portugisisch dem imigrationstypen zu erklaeren, dass schlug aber jedes mal fehl. und der imigrationstyp meinte, dass heute (sonntag) das nicht geht sondern ich das morgen an der anderen imigration versuchen sollte. dann sagte der junge, dass ich in der herberge seiner mutter schlafen koenne. da ubelegt ich kurz und lehnte dankend ab, weil mit in dem moment bewusst wurde, dass ich garkein geld mehr habe. ich hatte mich ja nur darauf eingestellt einen tag, also von morgens bis abends zu bleiben. ich rechnete und rechnete und kam dazu, dass ich nur noch geld fuer die fahrt zur grenze zurueck, dann von der grnze  nach puerto quijarro und die busfahrt nach santa cruz zurueck. das hiess fuer mich in dem moment: kein geld fuer eine herberge, fuer essen und auch nicht fuer trinken (meine flasche war schon seit 2 h leer. aber interessanter weise bereitete mir das in dem moment keine sorgen und ich war schon dankbar, dass ich die isomatte mitgenommen hatte, obwohl ich bei der abfahrt nicht wusste, warum ich sie eingepackt hatte. naja es war so sonntag mittag und ich sass wie viel andere auch vor der imigration und ich doeste ein wenig in der sonne und schrieb und las ein wenig. ich hatte den &quot;kleinen prinzen&quot; (wissendes grinsen zu johanna) von claudio auf spanisch mitgenommen, ist super um spanisch zu lernen, da ich ja die geschichte kenne und das fliesst dann schon ziemlich, leider habe ich schon wieder vergessen, was stacheln auf spanisch heissen :-(  naja wie dem auch sei. ich las so ein wenig und auf einmal kam die mutter einer familie mit einem aluteller auf mich zu und gab es mir mit dem satz: du siehst so hungrieg aus. ich dachte mir was geht und hab noch nie so dankbar essen entgegen genommen. kurze zeit spaeter kam eine andere frau auf mich zu und gab mir zu trinken. am abend habe ich mich auf dem weg zum busterminal gemacht und wollte mir da ein platz zum uebernachten suchen, da kam die mutter von dem jungen auf mich zu, die die die (ich wusste garnicht, dass man 3 die´s hintereinander packen kann - deutsch ist eine sehr komische sprach) herberge hat, und fragte mich ob ich denn nicht bei ihr in der herberge schalfen moechte. da sagte ich, dass ich das nicht zahlen koenne und das der terminal auch in ordnung geht, da ich ja eine matte mit habe (ich hatte aber keinen schlafsack mit, dass erwaehnte ich aber nicht, auch und ausserdem braucht man den hier auch nicht). dann sagte sie: ach wieso denn? du kannst bei mir schlafen und musst nicht bezahlen. junge war ich platt! dann nahm sie mich in ihrem alten VW-bus mit und in der herberge zeigt mir der junge ein zimmer mit 10 betten, welches ich mit einem netten grasrauchenden typen teilte, der durch suedamerika reist und sich mit dem verkauf von selbstgebauten schmuck ueber wasser haelt. ein stunde nach meiner ankunft kamen drei oder vier freunde von einer stadterkundung wieder zurueck. wie haben uns 5 - 10 min auf spanisch unterhalten und ich habe den jonglieren beigebracht, bis wir dann endlich mal fragten, wo her wir denn so kommen. die freunde kennen sich seit einem jahr und haben alle verschiedene nationalitaeten und haben sich mal in passau kennen gelernt. ich weiss nicht mehr genau, wo die alle herkommen, aber es war oesterreich, italien und ich glaube frankreich vertreten. das lustige war, dass sie alle freunde waren, aber die gruppe an sich nicht eine sprache hate, die alle verstanden, somit werden alle abmachungen mindestens zweimal erklaert. war echt lustig, wie die das so geschafft haben. naja ich hab mich von dem schweren tag dann noch ein wenig entspannt und dann kamen die auf mich zu und fragten, ob ich denn nicht mitessen moechte. ich war baff! - an diesem tag kamen leute auf mich zu um mir zu helfen, ohne das sie mich kannten und machen wussten noch nicht einmal, was mein problem ist. ich bekam zu essen, zu trinekn und einen sehr guten platz zum schalfen. auch wenn ich nicht viel zu essen hatte, hat es doch gereicht. und mir war es auch egal, ob ich genug zu essne hatte, ich war auf eine andere art und weise satt geworden. satt an liebe, an naechstenliebe. mein herz war so voll an liebe und ich war so gleucklich. ich weiss nicht ob ihr das so nachempfinden koennt, aber ich war nicht in der richtung gluecklich, dass ich jetzt durch die gegend springe oder so, sondern kennt ihr das gefuehl, wenn ihr einen ganzen tag lang auf einer grossen feier seit, wo es das uebelst lecker essen gibt und ihr nur esst und es super lecker ist. danach ist man einfach so super satt. so ungefaehrkann man das erklaeren, nur dass man dann keinen verdaungsschlaf braucht, sonderndiese empfangene liebe weitergeben wollt und jedesmal wenn ihr in euer spiegelbild schaut, seht ihr euch laecheln. und da fiel mir die stelle aus der bibel von mose ein, wo die israeliten 40 jahre durch die wueste stiefeln und von gott essen verlangen und gott ihre bitte hoert und esse manna regnen laesst. genau das ist mir passiert. ich habe gott ja noch nichtmal um irgendwas in der richtung gebeten, er gab es mir einfach. -der herr sorgt fuer die seinen- und was dann mit mir geschah kann ich nicht niederschreiben, dass ist einfach eine so starke intensive erfahrung gewesen, dass ist unbeschreiblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber noch war meine eigentlich aufgabe nicht erledigt. ich braucht immernoch den einreisestempel fuer brasilien. mein zimmergenosse hatte darin einige erfahrung und sagte mir genau was ich machen solle, wenn es probleme geben sollte. ich bin alkso am montag morgen um 8 h hin zur imigration und stand in einer langen schlange, da ja ueber das ganze wochenende sich leute angesammlet hatten. so ich dann an der reihe und uebelst am bangen, dass der nicht rafft, dass ich keine malariaimpfung habe, denn man darf nur mit impfung rein, aber ich bekomme einfach so den stempel. ich war echt dankbar, dass das so gut funktioniert hat, aber die eigentliche schwierigkeit war den ausreisestempel zu bekommen, da man eigentlich 1 - 2 wochen im land bleiben muss. um nicht aufzufallen empfahl mir der typ, dass ich ein zwei tage warten sollte, um den stempel anzufordern. leider ging dass nicht, da ich schon viel zu lange aus dem projekt weg bin und ich auch kein geld hatte mich zuhause zu melden, wo ich denn stecke. er meinte, dass er das versteht, und er mir helfen werde, dass ich den stempel bekomme. dann hat der typ einige sachen aus seinem reiserucksack rausgezaubert und wir haben mich als geschaeftsreisenden verkleidet. also mir ein ganz anderes outfit gegeben, als am morgen. morgens war ich der schlechtgekleidete europaeische turi, abends der gut aussehnde amerikanische geschaeftsmann mit brille und hut. und was ist passiert? nichts, also doch schon, ich habe auch diesen stempel ohne probleme bekommen. ich hab mir insegesamt noch ein wenig die stadt aungeschaut und bin dann auch recht schnell wieder rueber nach bolivien. war um 14:50 an dem zugterminal um zu fragen, wann der naechste zug geht und wie teuer der ist. dann viel mir ein, dass der bus nach sc jeden tag um 15 h geht. ich glaub die stadt hat zum ersten mal einen so schnellen knapp 2 m kerl mit einem schwarzen ding auf dem rueckn durch die stadt flitzen sehen. somit blieb auch nicht die zeit noch irgendwo ansu rufen und bescheid zu geben, dass ich es jetzt geschafft habe, geschweige denn noch gross was zu essen zu kaufen. aufd der busfahrt gab es wieder zwei geplatzte reifen, und wieder nur ein ersatzreifen. deswegen wurde als der zweite geplatzt ist garnicht erst anghalten und noch 80 km gefahren, bis die naechste reifenwerkstadt gefunden wurde. zwischendurch nochmal von einem polizisten kontrolliert, der in einem dorf einen hirtenjungen angewiesen hat seine herde auf die strasse zu treiben um somit eine strassensperre zu haben, die schnell wieder &quot;beiseite zu raemen&quot; ist, aber wo trotzdem kein auto druchkommt. der polizist leuchtete kurz auf den bus und sagte, dass er fuer irgendwas geld haben moechte. da ging aber der ganze bus ab und der haette sich fast eine faust von den vier leuten vom busunternehmen eingefangen. im endeffekt habne sie es dann doch irgendwie ruihg geklaert und wir konnten weiter. am dienstag gegen 15:30 h in sc angekommen und als ich im haus war kommt sebastian ein wenig spaeter aus richtung internetcafe und sagt zu mir, dass er gerade der organisation in deutschland geschrieben hat, dass ich seit einem tag vermist werde und ich moege die lage doch so schnell wie moeglich aufloesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im endeffekt ist nichts schlimmes passiert und ich bin um eine meiner groessten erfahrungen in meinem leben reicher geworden. ich bin gott so dankbar, dass er mich durch diese echt schwierige situation hindurch gebracht hat und mit noch soviele erfahrungen auf den weg mitgegeben hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich kenne jetzt leider nur eine kleine grenzstadt von brasilien, aber ich will mehr kennen lernen und ich koennte mir derzeit echt ernsthaft vortsellen in brasilien einmal alt zu werden. ich bin echt platt. es gibt nur zwei nachteile in brasilien. erstens: schweine teuer. zweitens: es gibt die uebelsten insekten da, ich hab z.B. ein kakalaken aehnliches tier gesehen, dass im ernst so gross war, wie meine gesamte hand mit fingern und allem drum und dran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was ich noch sagen wollte ist, dass fuer mich auf dieser reise sovieles sinn gemacht hat. die sache mit dem geld, das ich noch in hannover bekommen habe und auch als ich in brasilien war fuerhte das eine zum anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
danke das ihr mir das so ermoeglicht habt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit besten lieben gruessen und gottes segen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
euer julian&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s.: wer mehr ueber das wochenende wissen will, soll mir bescheid geben. das war naehmlich nur ein bruchteil von dem was ich wirklich erlebt habe. - im ernst</description>
    <dc:creator>julian-g</dc:creator>
    <dc:subject>Julian</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 julian-g</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-14T00:07:17Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1252578/">
    <title>Coroico (Erlebnissbericht von Christian)</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1252578/</link>
    <description>Mein Bericht wird sich diesmal ausschließlich mit unserem Wochenendtrip nach Coroico beschäftigen, eine ca. 3 Stunden von La Paz entfernte Stadt, die sich aber nicht stärker von&lt;br /&gt;
La Paz unterscheiden könnte.&lt;br /&gt;
Wir sind am Samstag, den 3.12. morgens um ca. 6.00 Uhr aufgestanden, haben unsere 7 Sachen für einen Zwei-tages-Urlaub gepackt und sind nach La Paz runter gefahren um unsere extrem-Downhill-Fahrradtour anzutreten.  Dazu muss man noch sagen, dass für diese Art von Tour spezielle Fahrräder und Ausstattung von Nöten war und wir deshalb nur mit einer Touristenorganisation an den Start gegen konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also setzten wir uns mit 3 anderen Touristen in einen Minibus und fuhren ca. 1 Stunde auf 4700m Höhe in den absoluten Morgennebel. Dort haben wir unsere Anweisungen, Ausrüstungen und alles was sonst noch so dazu gehörte bekommen und los ging es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorne ein Guaid, hinten ein Guaid und dahinter der Minibus, mit Ersatzfahrrädern und Verpflegung. Die Tour sollte ca. 6 Stunden dauern, uns durch die verschiedensten, sich perfekt der Umwelt angepassten, Klimazonen bringen und uns ganze 3500 Höhenmeter auf einer Strecke von 65 Kilometern von 4700m auf 1000m zurücklegen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fuhren auf der sogenannten Death road, und man bekam auch schnell mit, warum sie diesen Namen trug. Nach ungefähr 25 Kilometern verließen wir die feste Strasse, die ausschließlich gut steil Bergab verlief und kamen auf einen ca. zwei Meter breiten Weg, für den unbefestigte Straße wirklich ein Kompliment gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um noch einmal zu betonen: die 65 km Wegstrecke verlief nur Bergab, also hatten die Bremsen einiges auszuhalten!&lt;br /&gt;
Also fuhren wir nun auf Matsch, der mit einigen losen Felssteinen gesäumt war und die Straße wurde immer mehr zu einem Fluss, der durch die sich an den Seiten befindenden kleinen Wasserfälle immer weiter gespeist wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jeder steileren Kurve begegneten einem nun Kreuze, meist von Touristen, die mit ihrem Fahrrad ca. 200m in die Tiefe gefallen fahren. Aber ab und zu sah man auch mal nen LKW in der tiefen Dschungellandschaft abgestürzt liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch unsere zwei Begleiter, die erfahrene Downhill-profis zu sein schienen, warnten uns immer rechtzeitig vor Gegenverkehr aus der Kurve und auch sonst wurde uns gut&lt;br /&gt;
todo el tiempo al la izquierda!! eingebläut! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf jeden Fall hatten wir uns echt gut eingesaut, aber dann musste man wenigstens nicht mehr darauf achten, durch welch großes Wasserloch man gesaust ist. Unsere Führer waren echt coole Typen, mit denen wir auch den einen oder anderen Scherz über die anderen 3 Amis gemacht haben, die nicht spanisch konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf jeden Fall war die Landschaft in dem zweiten Abschnitt der Tour einfach unbeschreiblich schön. Der bolivianische Bergdschungel ist einfach unglaublich, der Nebel verbreitete eine unheimliche Atmosphäre, die mit Worten nicht zu beschreiben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Tour beendet war, taten einem höllisch die Handgelenke, die Oberarme und jeder einzelne Finger weh, aber wir waren über glücklich und zufrieden. Wir sind dann nach Coroico gefahren (siehe Bild) und durften erst mal sofort eine warme Dusche in unserem wunderschönen Hotel nehmen. Als Hotel kann man es eigentlich nicht bezeichnen, denn es war mehr eine Art noble Jugendherberge, etwas abseits gelegen von der schönen Stadt Coroico.               &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt ein unvergessliches Erlebnis;  Einfach unvorstellbar, wie viel verschiedene Klimazonen, so eng beieinander liegen können! Mit herzlichen Grüßen und in Liebe Christian</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christian</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-09T22:58:21Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1177315/">
    <title>Der Sommer kommt...</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1177315/</link>
    <description>&lt;b&gt;Der Sommer kommt &lt;/b&gt;- 3. Bericht von Christoph Wetzel aus El Alto, Bolivien -   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Der-Blick-von-El-Alto-auf-La-Paz&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Der-Blick-von-El-Alto-auf-La-Paz.jpg&quot; /&gt;          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der&lt;/b&gt; Sommer kommt. Nicht das dies ein gravierender Unterschied zum bolivianischen Winter, bzw. Frühling wäre aber dennoch, ein bisschen merkt man es. Die Sonne kommt öfters raus. Da meine Haare inzwischen doch recht kurz sind, sitze ich ab und zu im Minibus und einige Leute starren mit offenem Mund auf den sich die Kopfhaut eincremenden Gringo mit der sonnenverbrannten Nase. Die Sonne ist stark, und es da nur warm ist, wenn sie da ist, gehe ich manchmal mit Skiunterwäsche, Pulli, Jacke und Schal morgens aus dem Haus. Mittags laufe ich im T-Shirt herum. Abends dick eingepackt wieder nach Hause. Manchmal friert man im Schatten und in der Sonne schwitzt man. Aber alles in allem sind wir sehr froh über jeden sonnigen Tag, an dem wir noch Wärme für die bevorstehende Regenzeit tanken können. In 2 Woche wollen wir das erste Mal einen kleinen Wochenendurlaub nehmen. Dann geht es mit Mountainbikes hinab nach Coroico, welches ca. 3000 m unterhalb von El Alto in den Yungas liegt. Dort werden wir einen Tag verbringen und das sehr angenehme Mediterane Klima geniessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Patacamaya&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Patacamaya.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Tagen war ich ausserdem einmal in Patacamaya, einem kleinen Dorf, eine Stunde von El Alto gelegen. Es war sehr interessant einmal aus der Stadt zu kommen. Die Menschen dort waren ein wenig verschlossener als hier, dennoch hinterließ meine Erscheinung glaube ich einen Bleibenden Eindruck, wie auch dieses Dorf bei mir. Ich hatte mir dort ein Schafsfell gekauft, um es als Teppich für mein Zimmer zu verwenden, und als ich damit herumlief  es war in einem leeren Zuckersack verpackt  bildete sich plötzlich eine Traube von 20 Menschen, die alle neugierig in meinen Sack schauten und wissen wollten, was ich denn verkaufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Wochen habe ich außerdem vor, für 1-2 Wochen nach Santa Cruz zu fahren und in dem dortigen Projekt mitzuarbeiten. Außerdem will ich gerne eine Woche lang in einer deutschen Bäckerei mitarbeiten: Horizonterweiterung.                          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wir&lt;/b&gt; kommen immer besser mit den Menschen hier in Kontakt. Verstehen mehr und mehr die Probleme, können hinter die Kulissen schauen. Und ich spüre auch, das wir in dem Viertel in dem wir wohnen, akzeptiert werden, man behandelt uns fast so wie alle anderen auch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was nicht sehr einfach ist, ist der Umgang mit der Tatsache, das bisher schon einiges direkt aus dem Haus gestohlen wurde. Insbesondere dann, wenn der vermeintliche Dieb ein anderer Jugendlicher ist, den man schon fast als Freund des Hauses bezeichnen kann. Oder in einem anderen Falle die Handwerker, die aber auf der anderen Seite sehr nett sind und sich gerne mit uns zum Fußballspielen treffen würden. Bis jetzt kam es noch nicht dazu, aber wir haben vor die Personen behutsam mit unseren Verdachten zu konfrontieren. Wir erhoffen uns davon natürlich eine Rückgabe der Gegenstände ein Wiederherstellen des Vertrauens. Leider ist dies meiner Meinung nach aber so gut wie aussichtslos. Dennoch werden wir es versuchen.                            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich&lt;/b&gt; hatte ja bereits geschrieben, das wir vorhatten unser Haus zu renovieren, und dazu eine Semana de la Casa durchzuführen. Das ist inzwischen auch geschehen, und obwohl wir noch nicht alles geschafft haben so sieht es doch schon viel schöner aus als vorher. Zimmer wurden neu gestrichen, 2 Betten gebaut, Schränke und ein neuer Tisch. Ausserdem wurde die Küche so ziemlich komplett umgestaltet und wir haben versucht, ein wenig Ordnung in das von oben bis unten mit jeglichem Krimskrams (der teilweise nur noch als Schrott zu bezeichnen war) vollgestopften Haus zu bringen. Die Fenster sind nun alle (fast) dicht, ab und an tröpfelt es noch ein wenig, aber ich habe wenigstens den Pappkarton in meinem einen Fenster durch eine richtige Scheibe ersetzen können. Nur der Garten und die Bäder sind noch nicht fertig, und es fehlt noch ein wenig an Kleinigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Unser-Haus&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Unser-Haus.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Im-Garten-waechst-Minze-Kamille-Zitronenmelisse-und-anderes&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Im-Garten-waechst-Minze-Kamille-Zitronenmelisse-und-anderes.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch waren wir erfolgreich in der Mission Mietreduzierung. Inzwischen zahlen wir 20 $ pro Monat weniger, und wir konnten erreichen, dass unsere Vermieterin, die teilweise  so scheint es mir  nur ab und zu kommt, um den ganzen Tag fernzusehen und zu telefonieren, an der Stromrechnung beteiligt und einen Teil, der Telefonkosten übernimmt. Denn diese sind unverhältnismäßig hoch, so dass wir schon die Möglichkeit in Erwägung gezogen haben, das jemand unsere Leitung anzapft.                   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bei&lt;/b&gt; meinem Theaterworkshop läuft es derzeit ein wenig schleppend, da viele der Kids sich auf die Examensvorbereitungen kurz vor den Ferien, die nächste Woche beginnen, konzentrieren müssen, um nicht durchzufallen. Die letzten beiden Wochen habe ich mit denen die dennoch kommen konnten Masken aus Pappmaché gebastelt. Nächste Woche werde ich gemeinsam mit einigen von ihnen ins Theater gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Zentrum gebe ich nebenher auch noch Englischunterricht. In einem Kurs sind derzeit nur zwei Mädchen, die lustigerweise Wendy und Mandy heißen. Es macht sehr viel Spass, zum einen weil diese beiden sehr schnell lernen, zum anderen weil ich von ihnen auch viel über das Leben der Jugendlichen hier erfahre. Außerdem habe ich dort noch einen 25-jährigen Studenten, der gemeinsam mit einem 8 Jahre alten kleinen Jungen eine Englischgruppe bildet. Die Kurse dort sind zwar recht klein, aber dafür kommen die Schüler alle regelmäßig und fast immer pünktlich, was von größter Wichtigkeit ist. In dem Englischkurs im COMPA, passiert es oft, dass der Kurs erst 45 Minuten nach eigentlichem Beginn vollständig ist. Viele kommen nur unregelmäßig. Letzten Samstag war niemand von den eigentlich 12 Schülern dort. Das macht die Arbeit manchmal schwer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Unterwegs-mit-der-mobilen-Schule&quot; width=&quot;300&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Unterwegs-mit-der-mobilen-Schule.jpg&quot; /&gt;                  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie&lt;/b&gt; im letzten Bericht geschrieben, besteht ein Teil meiner Arbeit in der Mobilen Schule. Im Moment sind wir dabei, das Konzept noch stark zu erweitern. Zum einen durch interaktive Spiele, die verstärkt Vertrauen, Selbstbewusstsein und Teamgeist fordern sollen. So zum Beispiel eine Olympiade zwischen 2 verschiedenen Teams. Zum anderen Spiele oder Workshops, die Kreativität und Phantasie verlangen und die 5 Sinne ansprechen. Zum Beispiel ein Schüttel-Memory, verschiedene Angebote zu Musik (gemeinsames Singen, Perkussion), und Kunstworkshops zu verschiedenen Themen. Malen, Basteln Modellieren. Außerdem möchten wir ein wenig geordneter vorgehen. D.h. jeder Nachmittag oder Vormittag an den verschiedenen Plätzen soll gemeinsam vorbereitet werden und unter einem bestimmten Thema stehen. Wenn möglich möchten wir bestimmte Lernziele formulieren und es soll mehr als bisher mit den Kindern gemeinsam reflektiert werden. Alles in allem ein wenig mehr pädagogisches Konzept.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Woche haben wir uebrigens endlich das Tischkicker in einem der Zentren, die wir besuchen, fertiggebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Bau-eines-Tischkickers-imm-Aymarazentrum-Sarantanyani&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/Bau-eines-Tischkickers-imm-Aymarazentrum-Sarantanyani.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes Projekt, welches im Moment geplant wird ist  der Bau einer Mobilen Schule für unsere beiden Zivis in Santa Cruz. Diese muss wirklich mobil, d.h. leicht und praktisch zu transportieren, gleichzeitig aber stabil und praktisch zu benutzen sein, was uns und Santa Cruz einiges Kopfzerbrechen gekostet hat. Inzwischen haben wir aber einen durchaus gelungenen Entwurf und wenn alles klappt können die beiden nächste Woche mit dem Bau beginnen. Die Idee der Spiele wird dieselbe sein wie bei der ersten Escuela. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem arbeite ich derzeit an einem Artikel über die kommenden Präsidentschaftswahlen am 18.12.2005. Dazu mache ich auch eine Umfrage in den verschiedensten Teilen der Stadt. Ich habe und werde dazu ebenfalls noch einige Leute gezielt zu verschiedenen Themen interviewen. Im groben soll es um besonders um die Gedanken der Menschen im Vorfeld der Wahl gehen, und um die verschiedenen politischen Aspekte, die diese Wahl umgeben. Außerdem werde ich einen Überblick über die verschiedenen Parteien geben. Der Artikel soll in unserer Freiwilligenzeitung und wenn möglich auch in einer Tagesszeitung erscheinen.            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Um&lt;/b&gt; euch ein wenig tiefer in verschiedene Bereiche des Bolivianischen Lebens einblicken zu lassen, werde ich ab heute in jedem meiner Berichte einen Teil einem Bestimmten Thema widmen. Diesmal geht es um El Alto, die Stadt in der ich wohne und arbeite, ganz allgemein. Dabei möchte ich insbesondere auf meine eigenen Eindrücke eingehen, die auf Gesprächen mit Bolivianischen Bekannten gründen, sowie auf dem, was ich hier erlebe. Mir ist bewusst das die folgenden Passagen über El Alto teilweise nur Teilaspekte des hiesigen Lebens beleuchten.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
El Alto, das war einmal Schauplatz der Unabhängigkeitskriege. Die Gefallenen sind hier vergraben. Dann gab es die Eisenbahnstation von La Paz, später den Flughafen. Das Militär. Noch wohnten die Menschen im Krater der Stadt darunter. Hoch und runter kam man mit Maultieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 30er Jahren entstand auf dem Gebiet des heutigen Zentrums eine erste organisierte Siedlung. Es gab eine Schule, das erste Fußballteam. 1952 Schauplatz der Revolution. Das Viertel in dem ich wohne, Ciudad Satelite wird 1966 gegründet. Der Name als Anspielung auf die Lage als Trabantenviertel. ´88 kommt der Papst und El Alto wird vom Congress in den Rang einer Stadt gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach geht es los. Die Menschen strömen in die derzeit am schnellsten wachsende Stadt der Welt, eine der ärmsten Städte des Kontinents, eine Stadt mit einer der höchsten Verbrechensraten in ganz Lateinamerika, im zweitärmsten Land Lateinamerikas. Knapp zwei Drittel der Bevölkerung lebt in Armut. Die Hälfte davon hat nicht die nötigen Mittel, um sich ausreichend zu ernähren. &lt;br /&gt;
Die höchste (fast-)Millionenstadt der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
El Alto ist mit einer derartigen Geschwindigkeit gewachsen, dass die Infrastruktur nicht Schritt halten konnte. Die Außenbezirke haben kein Wasser. Kein Strom. Manchmal keine Strassen, es sieht aus wie auf dem Land. Und keine Chance auf Verbesserung. Ein durchschnittlicher Arbeiter verdient im Schnitt 50 $. Ein Wasseranschluss kostet derzeit 400 $. &lt;br /&gt;
60 % der arbeitsfähigen Bevölkerung hat keine feste Anstellung. Viele Kinder arbeiten. In Minibussen, als Schuhputzer, als Bettler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;El-Alto&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/El-Alto.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Zahlen und Fakten reicht dies vielleicht. Nun meine persönlichen, völlig subjektiven  Eindrücke. El Alto ist Slum. Die Menschen hier leben hier teilweise unter elenden Bedingungen. Mit 6 und mehr Menschen in einer Hütte aus Steinen und Wellblech. Hunger, Armut und teils bittere Kälte. Je weiter weg vom Zentrum, desto schlimmer. Dennoch, die Menschen hier scheinen mir manchmal eine innere Kraft zu besitzen, die dies alles aushalten lässt. Im Zentrum, auf dem Markt, im Bus. Man lacht viel. Fast niemand bettelt. Niemand zeigt sein Leid deutlich. Was besonders auffällt sind die starken Frauen. Neulich habe ich ein Theaterstück von ca. 8-10 Jahre alten Kindern gesehen, in dem der Mann jedes Mal von seiner Frau eine kräftige Ohrfeige bekommen hat, als er den Raum betrat. Diese Parodie und auch andere Erfahrungen zeigen mir: Trotz der stark chauvinistischen Gesellschaft, die Frauen haben in einigen Bereichen die Hosen an. Und mein Eindruck ist auch. Sie sind kämpferisch. Sie sind lustig. Viel lustiger als die oft von der Arbeitslosigkeit frustrierten Männer. Es vergeht kaum ein Tag in dem nicht irgendeine Chollita Witze über meine Haare macht. Neulich sprach ich mit einer Frau in einem Laden. Sie sagte, sie verdiene umgerechnet 54 &#8364; im Monat. Sie ist alleinerziehend und hat 4 Kinder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal kommt es einem so vor, als gäbe es hier nur Kinder. Und tatsächlich, ich sprach neulich mit dem Leiter eines der Zentren, in die wir mit der Mobilen Schule gehen: die unter 19-jährigen machen fast 50 % der Bevölkerung El Altos aus. Von den ca. 9 Millionen Einwohnern Boliviens sind 3,2 Millionen unter 14 Jahre alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
El Alto ist also Slum, aber nicht so wie im Fernsehen. Es ist teilweise schrecklich, aber nicht mehr so fremd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leben hier gefällt mir. Ich komme mit der vielen Armut zurecht. Auch wenn ich in einem der reicheren Viertel lebe, so glaube ich doch, dass ich keine illusorische oder gar zu falsche Sicht auf die soziale Situation in El Alto habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soviel dazu. Im nächsten Bericht werde ich näher auf die politische Situation hier eingehen. Ich hoffe, dass ich es bis vor den Wahlen schaffe.&lt;br /&gt;
Für weitere Informationen über El Alto im Allgemeinen koennt ihr hier einen Bericht des  CIA WorldFactBook &lt;a href=&quot;http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/bl.html&quot;&gt;http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/bl.html&lt;/a&gt;, einen sehr guten Artikel aus der Zeit &lt;a title=&quot;&quot; href=&quot;http://sechsinbolivien.twoday.net/files/DIE-ZEIT-Ein-Kind-dem-man-das-Meer-geraubt-hat/&quot;&gt;DIE-ZEIT-Ein-Kind-dem-man-das-Meer-geraubt-hat&lt;/a&gt; (doc, 34 KB), sowie einen Artikel der bolivianischen Botschaft in Deutschland über die Geschichte Boliviens &lt;a title=&quot;&quot; href=&quot;http://sechsinbolivien.twoday.net/files/Geschichte-Boliviens/&quot;&gt;Geschichte-Boliviens&lt;/a&gt; (doc, 35 KB) herunterladen.            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich&lt;/b&gt; hoffe, euch hat dieser Bericht gefallen, und dass ihr die 1. Ausgabe unserer Freiwilligenzeitung erhalten habt. Wenn nicht, meldet euch. Wie immer freue ich mich über Feedback. Danke an alle, die mir bisher geschrieben haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Grüße aus sommeriggen El Alto, ich hoffe euch allen geht es gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-22T01:57:51Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1094380/">
    <title>bewahrung pur!!!</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1094380/</link>
    <description>hallo liebe freunde, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor ungefaehr einer woche habe ich mir hier gebrauchte laufschuhe fuer umgerechnet 3 &#8364; gekauft. sebastian und ich wollten ab dann jeden abend ein bisscehn laufen gehen. seit dem kauf sind wir an dem selben abend gelaufen und ich bin vorgestern auch nochmal alleine gelaufen. bis gestern dachte ich: schade, dass du es nicht haeufiger schaffst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denn es ist immer was dazwischen gekommen. aber jetzt weiss ich, dass es garnicht so schlimm war, dass ich immer andere sachen am abend erledigen musste. denn gestern waehrend unseres ersten theater workshop habe ich mich mit einem jungen unterhalten, der gerne mit uns auf die strasse gehen wuerde um propaganda zu machen. da meinte ich, dass wir vor hatten, noch am selben abend in das noerdlich von unserem haus gelgende stadtvierel zu gehen. da schaute er uns nur entgeistert an und sagte: das er da nicht mitkommen wuerde, da es sobald es dunkel wird super gefaehrlich dort ist. es sei dort so gefaehrlich, dass man dort sogar auf leute mit pistolen antreffe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem moment erfasste mich ein kalter schauer und vor meinen augen lief ein film ab. der film zeigt wie wir beide und auch ich alleine in dunkelheit durch dieses gebiet gejoggt sind. als wir zu zweit gelaufen sind, da hatte ich sogar mein MiniDisc-Man mitgenommen um unterwegs musik (beatles) zu hoeren. also mit anderen worten war es sau gefaehrlich, dass wir und gerade ich alleine als &quot;gringos&quot; durch das viertel gelaufen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich bin dankbar, dass nichts passiert ist und trauere auch nicht mehr den abenden hinterher, an denen ich es nicht geschaft habe zu laufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber der sportsgeist hat nicht drunter gelitten. jetzt weiss ich wo es ungefaehrlich ist lang zu laufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also @ mama: mach dir keine sorgen :-)    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein anderes erlebnis:gestern haben wir unsere selbstgebauten betten endlich fertig bekommen und werden heute abend noch sie mit massgschneiderten matratzen versehen (fuer mich: 120 cm x 215 cm). die erste matratze, wo meine fuesse nicht hinten runterpurzeln:-) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
naja eigentlich wollte ich von gestern erzaehlen. zur feier des abends sind wir dann nicht in ein restaurant gegangen, wie sonst immer, da kueche noch nicht fertig, wo man fuer 0,50 &#8364; ein essen bekommt sondern haben uns ein halbes haenchen mir reis und nudeln fuer unglaubliche 0,80 &#8364; gegoennt:-) wir haben dann so lange mit dem essen gebraucht, dass es auf einmal anfing zu regnen und zu blitzen. und wenn es hier mal regnet, dann ist es aus. da hier alle nur wellblech haben ist es tierich laut und die regentropfen haben einen durchmesser von 3 cm oder mehr :-) als das warten denn nichts half haben wir ueberlegt, ob wir ein taxi nehmen, aber die idee wieder verworfen, da es noch nicht einmal ein km zu unserem haus ist. also sind wir gelaufen. aber ohne erfolg. wir waren nach ca. 30 sekunden klatsch nass. aber es hat nicht gestoert, denn es ist trotzdem warm und der regen ist auch warm und eigentlich macht es sogar spass. und wir hatten unseren spass. ich weiss nicht ob ihr euch dass vorstellen koennt, aber hier gibt es keine gullis und das wasser steht ratz fatz auf 10 cm und die autos rasen durch und alles ist nass und einfach eine tolle erfahrung.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun gut. hier will ich dann auch mal wieder schliessen...   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit besten greussen euer julian</description>
    <dc:creator>julian-g</dc:creator>
    <dc:subject>Julian</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 julian-g</dc:rights>
    <dc:date>2005-10-26T18:00:26Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1084985/">
    <title>Philipps 2. Bericht</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1084985/</link>
    <description>Buenas Dias, alle zusammen !&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grüße aus dem schneeregnerischen El Alto, ja zurzeit ist es ziemlich kühl bei uns hier oben in Ciudad Satelite, doch mittlerweile haben wir uns alle ganz gut eingelebt. &lt;br /&gt;
Heut morgen war es nur 4°C warm, oder kalt in meinem Zimmer ganz wie man will, und das hab ich mit Erstaunen festgestellt, will heißen dass es sich wirklich nicht so angefühlt hat. Ich würde sagen: ein Gutes Zeichen der Gewöhnung. &lt;br /&gt;
Wir haben zwar jetzt einen Heizstrahler für eine Gasflasche, dafür gibt es jedoch zurzeit in ganz El Alto wahrscheinlich sogar in ganz La Paz kein Gas, doch mehr dazu etwas später!     &lt;br /&gt;
Unseren intensiven Sprachkurs haben wir mittlerweile beendet, es war recht interessant da wir dort auch einiges über die Kultur erfahren haben; zudem bin ich dass erste Mal in Kontakt mit der Religion der Mormonen getreten, den unsere Lehrerin, Fabiola war eine Mormonin; kurze Beschreibung: Die Mormonen haben ihr eigenes Testament, ihren Sitz in den USA, rauchen nicht, benutzen keine Schimpfwörter und trinken weder Alkohol, Tee noch Kaffee. Nach unseren intensiven  Recherchen; hat das ganze einen sehr sektenhaften Charakter, oder ganz du mir mehr sagen (Michael)?&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;in der Nachbarschaft&quot; height=&quot;225&quot; alt=&quot;in der Nachbarschaft&quot; width=&quot;300&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/in unserer strase.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
Nun da wir mit der Sprachschule abgeschlossen haben , können wir uns so richtig auf unsere eigentlichen Tätigkeiten konzentrieren, wobei es während der Sprachschule auch nicht so wirklich geklappt hat mit reinen Sprache lernen. Ich hab schon gleich nach einer Woche Karl (einen unserer Vorgänger) mit ins Collegio Vicente Tejada begleitet um dort Englisch zu unterrichten. Mittlerweile hab ich die beiden Klassen zusammen mit Christian ganz übernommen. Die Kids, die immer ganz aufgeregt sind wenn Profe Felipe in die Klasse kommt, sind so um die 10-12 Jahre alt. Mir macht es  wirklich viel Spaß den Kids etwas beizubringen und zudem genieße ich die Möglichkeit ein bisschen English zu sprechen, was man hier ansonsten so gut wie nie hört. Alles von Buch, über Musik bis zum Film erscheint fast ausschließlich in Spanischer Sprache, von letzterem ist es übrigens unmöglich hier irgendwie ein Original zu finden. Soweit ich weiß gibt es nur ein Geschäft in ganz La Paz und El Alto, das Orginale von Film und Musik verkauft. Ansonsten findet man hier an jeder Ecke einen Händler, der einem so ziemlich alles für umgerechnet 1&#8364;  verkaufen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben meinen Englisch Klassen bin ich auch schon gleich in den ersten Tagen mit  der escuela movil rausgefahren. Diese mobile Schule ist einfach genial; es ist praktisch ein Tafelkasten mit Rädern, den auf beiden Seiten 2 mal ausziehen kann. Sie bietet den Kids so ziemlich alles an Zahlen-, Wort-,Gemeinschaftsspiele und vieles mehr. Wir laden die escuela movil einfach auf einen kleinen Lastwagen und fahren dann in die verschiedenen und vor allem ärmeren Viertel und Schulen von El Alto um dann mit den Kids spielerischen Straßenunterricht zu machen. Diese Tätigkeit ist wirklich eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, unser barrio Ciudad Satelite ist nämlich eines der reicheren Viertel hier in El Alto und so ist man unterwegs und hat immer wieder mit neuen Kids zu tun.&lt;br /&gt;
Photo: escuela movil           &lt;br /&gt;
Zudem arbeite ich auch in einem weiteren Barrio namens Santiago 2, dort gebe ich auch Englisch Unterricht, hier allerdings für die ganz Kleinen (so 4-6 Jahre alt) und davon dann gleich so um die 40 Kinder. Die können gar nicht genug bekommen und fragen mich am laufenden Band alle möglichen Vokabeln und wenn sie etwas abschreiben, kommen so ca. 90% sofort danach zu mir um zu fragen ob es richtig ist. Es macht Spaß, aber  einen großen Respekt an alle Lehrer. Neben dem Collegio befindet sich das Centro Uta Waynas in dem ich regelmäßig meinen Taller de Percusion con Basura, Circo y Teatro anbiete. Zusammen mit den Kids mache ich Percusion mit Müll also auf Plastikflaschen, Dosen und was man sonst noch so findet und wir spielen ein bisschen Theater und auch noch Zirkus, es ist also eine Mischung aus allem. Es scheint den Kids zu gefallen, vor allem wenn sie völlig neben dem Rhythmus spielen und es auf einmal echt gut klingt.&lt;br /&gt;
Um zum Centro zu kommen nehme ich einen der im Überfluss vorhandenen Minibusse, es sind Kleinbusse, so lang wie ein normales Auto in den man sich den Platz, wenn es hochkommt mit 16 Leuten teilen muss....ja genau ziemlich eng, aber völlig normal. Jeder Bus hat eine Nummer und zudem gibt es neben dem Fahrer eine weitere Person die permanent, die Stationen der Fahrt nach draußen schreit, die Tür öffnet und das Geld einsammelt. Sich zurecht zu finden war am Anfang gar nicht so einfach vor allem, da man nicht versteht was die Person schreit, aber mittlerweile klappt es ziemlich gut, obwohl es so um die 600 verschiedene Busnummern in ganz El Alto gibt.&lt;br /&gt;
Mittelpunkt jeglicher Buslinien ist eigentlich das Handelsviertel von El Alto namens Ceja, es ist riesig und hier bekommt man wirklich alles, und mit alles meine ich wirklich alles; von jeglichen ordinären und extraordinären Nahrungsmitteln (wie z.B Kuh- und Schweinsköpfe) über Kühlschränke bis hin zu Einspritzpumpen für Autos. Interessant dass man die verschieden Waren in jeweils einer Straße findet, so gibt es z.B. eine Straße nur mit Fahrrädern, eine mit Radios und eine mit Kleidung.&lt;br /&gt;
Um das ganze noch ein wenig an Größe und Volumen zu übertreffen findet jeden Donnerstag und Sonntag, ein paar Viertel weiter die große Feria statt.&lt;br /&gt;
Dies ist ein mehrer kilometerlanger Markt, der sich ähnlich gliedert, nur halt eben noch größer ist als Ceja. Jeder versucht hier wirklich seinen Handel mit irgendetwas zu betreiben, der informelle Sektor ist in El Alto einfach gigantisch.                   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor kurzem hatten wir hier im Compa ein encuentro de jovenes artistas, es war ein einwöchiges Treffen verschiedener, junger Theater-und Musikgruppen (18-20 Jährige Künstler) aus ganz Bolivien. Es gab viele Diskussionsrunden über Jugend, Kunst, Kultur und Politik und zudem sind wir fast jeden Tag mit dem Theaterlastwagen in den verschieden Vierteln von El Alto unterwegsgewesen um die Künste der verschieden Gruppen zu präsentieren. An einem Tag haben wir mit der gesamten Gruppe eine Ausflug zum Titikaka See unternommen, sehr beeindruckend. Zuerst haben wir ein Konzert besucht, dann eine kleine Rundfahrt auf dem See gemacht und danach gab es das große Fußballturnier, auf dem wohl am schönsten gelegenen Fußballplatz, direkt am Ufer des Titikaka Sees. Nun wir Voluntarios hatten doch noch alle ziemlich mit der Höhe zu kämpfen, trotz unseres Größenvorteils waren wir nur mittelmäßig erfolgreich. Ein wirklich toller Tag!&lt;br /&gt;
Photo: Titikaka &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Sachen Theater und Zirkus ist das Compa schon wirklich auf einem ziemlich hohen Level, es gibt verschiedenste Theatergruppen, sowie auch gößere Theaterprojekte. Viele der Stücke sind aber vor allem dafür ausgelegt auf der Bühne des Theaterlastwagens aufgeführt zu werden, sie handeln von Familie, Politik und Fantasie und sind meistens recht kurze Inszenierungen mit körpersprachlichem Schwerpunkt. Zudem gibt es ein faszinierendes Theaterprojekt, dass sich die Miene nennt. Hierzu hat man im Keller des Compas einige kleine Mienenschächte nachgebaut; man muss wissen dass der Bergbau (und die Ausbeutung durch die Spanier) die Menschen und die Geschichte Boliviens sehr stark geprägt hat und noch immer prägt. Es ist eine Art interaktives Theaterstück, in dem die Zuschauer ebenfalls zu Schauspielern werden; in den Mienen arbeiten müssen, von den Mienenbesitzern mehr Lohn fordern, einen Aufstand planen und durchführen und sich mit einem Mienenunglück konfrontiert sehen. Währendessen erfährt man sehr viel über den Glauben der Menschen (die Religion in Bolivien ist hauptsächlich eine Mischung aus Christentum und Naturreligion), ihr kulturelles Leben sowie ihr Schicksal.&lt;br /&gt;
Bezüglich des Theaters, hoffe ich sehr stark, dass die Teilnahme einiger Kids vom Compa am Weltkinder Theaterfestival in Lingen 2006 Wirklichkeit wird, sollte es das, so werden wir auch noch mit großer Wahrscheinlichkeit eine kleine Deutschland-tournee durchführen, doch bis zum jetzigen Zeitpunkt ist leider noch nicht alles absolut sicher, da wir noch in der Anmeldungs-und Planungsphase sind. Vamos a ver wir werden sehen! Ich bin dem TPZ überaus dankbar für diese Möglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So und nun zu unserer Gasflasche, sie ist zur Zeit politisch ein ziemlich aktuelles Thema. Die Problematik besteht darin das sehr viele Haushalte hier in El Alto mit Gasflaschen kochen und heizen, da es keine festen Gasanschlüsse gibt. Somit gibt es kleine Lastwagen die herumfahren um in den Vierteln die Flaschen zu verkaufen, nun das sollten sie eigentlich. Was sie nämlich tun,ist zu den Grenzen der Nachbarländer fahren um dort die Gasflaschen für das 4-5fache zu verkaufen. Um Gegen diese gesetzliche Misslage zu protestieren, bedienen sich die Menschen an der ja bereits bekannten Art der Straßenblockade, mit ihren Gasflaschen bilden die Menschen einfach eine Reihe quer über die Straße. Sie wissen genau welche Hauptverkehrsstraßen zu blockieren sind um die größte Effektivität zu erzielen. Es ist ein relativ hartes aber meist auch einziges Druckmittel der einfachen Menschen in El Alto wie auch in La Paz. Als wir mit der mobilen Schule unterwegs waren, haben wir ca. 1 Stunde für einen eigentlich 15 minütigen Weg gebraucht. Wir werden sehen wie sich die politische Situation entwickelt.&lt;br /&gt;
Photo: Bloqueo &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja apropos Mobilität unsere Vorgänger hatten zusammen mit dem Compa eine alten Kleinlastwagen gekauft, mit alt meine ich wirklich alt: man muss ihn noch vorne am Motor ankurbeln, nun ehrlich gesagt er funktioniert überhaupt nicht, auch nicht wenn der Mechaniker, bei dem er die letzten Wochen war, das Benzin mit dem Mund ansaugt, in seinem Mund behält und dann in die Einspritzpumpe spuckt...wow ich traute meinen Augen nicht. Die eigentliche Idee war die von einer mobilen Bibliothek, die mir sehr gut gefällt, aber ich glaube wir müssen noch sehr viel Arbeit investieren damit irgendwann mal irgendetwas funktioniert.&lt;br /&gt;
Nun ich weiß nicht genau wieso, aber in dieser Woche habe ich auch ziemlich viel Zeit damit verbracht alle möglichen Strom und Wasserleitungen bei uns im Haus zu reparieren, ja die Stromleitungen hängen hier einfach so frei und quer im Haus und auf der Straße herum und dann reißen sie halt schon einfach mal ab. Nun bei meinem erfolgreichen Versuch die Stromversorgung in unserem Haus wieder herzustellen, habe ich auch gleich erfolgreich einen Stromschlag bekommen und weil es so schön war; das ganz gleich zweimal ...tja Simon wir haben zwar keine Taranteln, aber dafür viele andere gefährliche und kribbelnde Dinge.&lt;br /&gt;
Photo: unsere Straße &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile habe ich hier auch mit Capoeira, brasilianischer Kunstkampfsport ohne Berührungen, angefangen. Es macht echt viel Spaß und durch diesen Kontakt hat es sich auch ergeben, das wir mittlerweile eine kleine Band gegründet haben, halt eine Fusion aus Bolivianern und Deutschen; mit Gitarren, Trompete und ich an den Congas. Unseren ersten Auftritt hatten wir schon auf der Geburtstagsfeier einer Disko, hier in Satelite....wir haben schöne Stücke von Buena Vista Social Club gespielt und noch weitere lateinamerikanische Stücke, mal sehen was da noch so draus wird.         &lt;br /&gt;
Photo: Ciudad Satelite, Hausberg Illimani von La Paz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So das wars erst mal mit dem kleinem Bericht aus meinem bolivianischem Leben.&lt;br /&gt;
Ich danke auch allen für eure Unterstützung, zusammen leisten wir einen kleine Beitrag der die Welt verändert, Danke. Ich würde mich freuen wenn ihr noch weitere Menschen an meinen Erfahrungen teilhaben lasst, schickt ihnen einfach meine Berichte oder schickt mir ihre e-mail Adresse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hasta pronoto y suerte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euer Philipp</description>
    <dc:creator>PhilippR</dc:creator>
    <dc:subject>Philipp</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 PhilippR</dc:rights>
    <dc:date>2005-10-24T03:09:32Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1084973/">
    <title>Julians Bericht</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1084973/</link>
    <description>Hallo ihr lieben,&lt;br /&gt;
Ich sitze mal wieder im bus und bin gerade auf dem letzten stück nach el alto. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Düsseldorf:&lt;br /&gt;
Am Donnerstag abend ging es vom düsseldorfer flughafen aus nach argentinien/buenos aires. Dort fing der stress auch schon an. Bei der ganzen abschiedsszene vergass man schon fast ein zu checken. Wir (ich und 2 weitere zivis) waren also ziemlich knapp dran. Leider hatte einer von uns vergessen, dass man in seinem handgepäck keine spitzen gegenstände mitführen darf - er hatte ein großes messer und ein bastelschere dabei. Naja dann musste er dass eben aus seinem handgepäck rausholen und allein das hat schon eine halbe ewigkeit gedauert. Naja dann hatte er es gefunden und nun war die frage: wohin damit? Er hat es dann der mutter des anderen zivis gegeben. Das hat natürlich auch viel zeit in anspruch genommen, weil er nochmal durch die komplette sicherheitskontrolle gehen musste. Dann war aber alles klar, wenn da nicht auf einmal die durchsage gekommen wäre: die fluggäste gabriel, schmolke und jasso bitte dringend zum gate 56. wir beiden zivis standen ein wenig erschrocken da und spornten unseren mitstreiter an sein zeug bei der sichheitskontrolle doch schneller wieder einzuräumen - der rucksack, in dem messer und schere waren, war fast ausgeräumt. Da ertönte auch schon die zweite ansage mit unseren namen, einziger unterschied war, dass diesmal das wort &quot;dringend&quot; mit einer energisch auffordernden stimme hinzugefügt wurde. Daraufhin sagt ich schon im laufen: räum mit julius das zeug zusammen, ich lauf schonmal vor. Als ich dann am entsprechnenden gate ankam erntete ich mürrische blicke und wurde ganz schön angemault. Ich habe denen dann die sachlage erklärt.&lt;br /&gt;
der flug selbst war sehr entspannend, wir sind sogar durch ein gewitter geflogen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Madrid:&lt;br /&gt;
In madrid haben wir die restlichen drei zivis getroffen. Der aufenthalt war nicht sonderlich spannend, es war nur schön jetzt die leute zu treffen, mit denen ich das nächste jahr verleben werde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buenos aires:&lt;br /&gt;
Mit knapp 2 h verspätung sind wir in einer wunderschönen vielseitigen stadt gelandet, was auf den ersten blick nicht so aussah. Aus dem flugzeug sah die stadt nicht so super aus, aber als wir dann ankamen und noch 3/4 h an der passkontrolle anstanden wurden wir herzlich von dem jetzt-zivi (emanuel genannt emma) aus el alto empfangen. In buenos aires sind wir dann mit zwei taxis zu den zivis gefahren, die in buenos aires ihren dienst absolvieren und schon seit einer woche vor ort sind. Auf der taxifahrt habe ich min. 1.000.000 eindrücke erlebt und die stadt hat mein interesse geweckt. Bei den zivis angekommen habe ich ersteinmal einen schrecken bekommen, bzw. Ich weiß nicht was ich gedacht habe, aber es war nicht das, mit dem ich gerechnet hatte. Dort haben wir dann gegessen und uns gedanken gemacht, wo wir jetzt schlafen sollen. Denn eigentlich wollten wir in dem zivihaus schlafen, aber das war nicht möglich, da das haus schon mit den drei zivis, die da waren gut gefüllt war und wir waren zu 7.&lt;br /&gt;
Nach lange hin und her haben wir alle es für gut befunden in ein hostal (sowas wie ein jugendherberge) zu gehen. Also alles gepäck wieder aufgeladen und im bus und bahn in die innenstadt. Das hostal war gut! Mehr kan ich nicht sagen, da ich erst mal dort ankommen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-so ich sitze nicht mehr im bus, sondern bin jetzt schon in el alto angekommen -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter mit buenos aires:&lt;br /&gt;
am nächsten morgen haben wir gefrühstückt und uns die city angeschaut und waren auf einem straßenfest. weitere ausführungen behalte ich mir vor &#61514;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann haben wir in buenos aires am abend noch die busfahrt richtung la paz gebucht. leider gab es keine direktfahrt nach la paz. somit haben wir eine busfahrt in einem schlafbus (coche cama) bis nach viillacon (bolivien) gebucht und haben dafür schon mal 26 h gebraucht. aber jetzt waren wir schon einmal in bolivien. in villacon haben wir dann 7 h zeit gehabt um uns die stadt anzuschauen. ich habe, wie die anderen auch schon erste kopfschmerzen wegen der höhe (3500 m ü. NN) vernommen. zum glück hatte einer von uns sogenannte höhentabletten mit, die wir uns dann reingelötet haben. danach ging es auch schon viel besser.&lt;br /&gt;
abends ging es dann mit dem bus von villacon weiter richtung el alto ÜBER EINEN SCHOTTERWEG UND NICHT AUF GETEERTER STRAßE. das ticket hat uns gerade mal 6 US $ gekostet, aber dafür wurden wir auch kräftig belogen. wir haben einen schlechtern bus bekommen, als versprochen, wir mussten noch was extra für das gepäck und den zustieg in den bus bezahlen (aber nicht viel ca. 0,30 &#8364;) und die fahrt dauerte länger als angegebene 17 h. gut das lag jetzt nicht nur an dem bus, sondern auch daran, dass wir auf der hälfte der strecke an eine straßensperre kamen. die menschen haben die beiden hauptverkehrsadern in bolivien die von norden nach süden führen blockiert. so und wie mitten drin. wir haben gut 6,5 h dort gewartet, bis irgendwann einige busse der gegeünberliegenden seite die straßensperre in unsere richtung durchbrechen wollten. die erste sperre haben sie auch geschafft, aber schon flogen die ersten steine von den oberhalb liegenden bergen auf die ersten beiden busse herab. die steine waren so groß, dass wir sie aus 500 m entfernung noch gut sehen konnten. die busse hielten daraufhin an. irgendjemand handelte mit den menschen ein kompromiss aus, der irgendwas beschloss, was wissen wir auch nicht. aber wir wissen, dass die menschen darauf aufmerksam machen wollten, dass mehr polizei in ihren gebieten aktiv werden soll, da es immer häufiger zu selbstjustiz gekommen ist und menschen einfach verschwunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so als wir dann endlich weiter fahren konnten kamen wir dann auch nach 24 h in el alto an. WÄHREND DER FAHRT HABE ICH MICH NACH VORNE GESETZT UND MIT DEN BUSFAHREREN GEREDET. DAS WAR AUCH SUPER INTERESSANT UND DIE HABEN WIR SO EIN WENIG DAS LAND ERKLÄRT. wir haben dann unser zeug ablegen könne und ich konnte nach 6 tagen ohne dusche mich endlich mal wieder duschen  was für ein genuß &#61514;. danach sind wir in unsere zukünftiges projekt gegangen und wurden dort mit einem abendessen empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so und nun ist heute schon der 7.9.05 und ich freu mich endlich angekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich danke euch für eure unterstützung und eure ausdauer im lesen, wenn ihr es bis hier hin geschafft habt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tut mir leid, wenn die mail so lang geworden ist, aber dies ist auch nur ein bruchteil von dem, was ich in den vergangen 6 tagen erlebt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles gute euch in hannover&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
euer bolivianischer julian&#61514;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s.: gleich gehe ich spanisch lernen....</description>
    <dc:creator>julian-g</dc:creator>
    <dc:subject>Julian</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 julian-g</dc:rights>
    <dc:date>2005-10-24T01:26:06Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1081188/">
    <title>El Alto, 21 Oktober 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wenig Alltag...&lt;br /&gt;
&lt;br...</title>
    <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/stories/1081188/</link>
    <description>El Alto, 21 Oktober 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wenig Alltag...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist eingekehrt in El Alto. Obwohl man hier doch kaum von Alltag sprechen kann. Jeden Tag erlebt man unerwartetes, teilweise wunderbares, teilweise unangenehmes und unverständliches. Zum Beispiel sprach ich gestern mit einem älteren Herren, der mir erzählte er sein Fan von Hitler. Ein Indianer. Ich war so sprachlos, dass ich nur kopfschüttelnd seinen Laden verlassen konnte. Aber die positiven Erfahrungen überwiegen bei weitem, und trotz vieler Probleme (Visum, Haus, Vermieterin, zu allem aber später) geht es mir hier prächtig. Mein Wochenplan hat sich inzwischen mit Arbeit gefüllt und auch wenn es teilweise wirklich anstrengend ist, so macht es doch sehr sehr viel Spass. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;gibt es einen geileren Blick vom Dach?&quot; height=&quot;225&quot; alt=&quot;gibt es einen geileren Blick vom Dach?&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/der hausberg.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu unserem Haus: Es gibt viel zu tun, die Handwerker dichten grade die Fenster ab, wir verhandeln mit der Vermieterin, es ist teilweise furchtbar dreckig weil wir nie zum Putzen kommen, es ist kalt, ab und zu platz die Wasserleitung. Aber wir machen das beste draus und in zwei Wochen gibts erst einmal eine Semana de la Casa, in der wir versuchen, so viel wie möglich zu reparieren, zu streichen, unseren kleinen Garten wiederzubeleben, Schränke und Betten zu bauen, das Bad zu verschönern und und und... ach ja, und wir haben inzwischen eine Holländerin zur Untermiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel zu tun gibt es auch mit dem Ziviauto, das einer der Ex-Zivis letztes Jahr gekauft hat. Damals war es eine totale Schrottkarre, bzw. ein Schrottlaster, jetzt ist es eine halbe Schrottkarre. Phillip, einer meiner Mitzivis, ist gerade dabei, den Motor zu reparieren, und wir hoffen, dass er irgendwann fährt, und das sich die reingesteckte Arbeit und das Geld gelohnt haben... Das wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen herausstellen. Die Idee war und ist, diesen Kleinlaster in Zukunft für die Mobile Schule, die mobile Bibliothek und andere Zwecke des Kulturzentrums einzusetzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;unsere coche&quot; height=&quot;225&quot; alt=&quot;unsere coche&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/sechsinbolivien/images/eventuell unser baldiges gefaehrt .jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Arbeit hier bietet, im Gegensatz zu vielen anderen Zivildienststellen sehr viel Freiheit. Wir sind hier mehr oder weniger unser eigener Chef, wir selbst legen fest, wann wir wo arbeiten, wie viel Energie wir in die Vorbereitung der Workshops stecken, und vor allem was wir arbeiten. Unser Vorgesetzter Ivan, der Leiter des Kulturzentrums ist ein sehr offener, liebenswerter Mensch, der aber niemanden zur Arbeit zwingt. Ich persönlich bin darüber sehr froh, denn ich kann viele Dinge ausprobieren, eigene Sachen anbieten, mir das suchen, worauf ich Lust habe und was ich kann, andererseits ist es auch so, dass Freiheit auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung mit sich bringt. Und dass das Erarbeiten von einigermaßen festen Strukturen viel Anstrengung und Geduld erfordert. Man muss teilweise unermüdlich Werbung für seine Workshops machen und es erfordert äusserst viel Frustrationstoleranz, bis man endlich mal Teilnehmer hat, die regelmässig kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzige schon vorgegebene Arbeit die wir (gemeinsam) im Moment machen, ist die Escuela Movil. Ich gehe 2 Mal in der Woche mit. Montags sind wir zur Zeit in einer von Adolf Kolping gegründeten Schule, und nacheinander kommen ca. 4-5 verschiedene Schulklassen (1.-4. Klasse), die teilweise sehr quäkend und sehr anstrengend sind. Wir möchten diese Schule aber in Zukunft nicht mehr besuchen, weil wir glauben, das dort eigentlich genügend Kapazitäten vorhanden sind, und uns eher auf Einrichtungen oder öffentliche Plätze konzentrieren in denen mehr Hilfe gebraucht wird. Nächsten Montag werden wir deswegen in eine Schule für Ninos Especiales  meiner Meinung nach eine fast diskriminierende Bezeichnung für behinderte Kinder  gehen. Dort werden helfende Hände und so etwas wie die Escuela Movil dringend benötigt. Ich bin sehr gespannt darauf. Jeden Mittwoch gehen wir ausserdem in ein selbstverwaltetes Aymara-Jugend-Kinder-Zentrum, in dem wir ca. 3 Stunden mit Kindern zwischen 5 und 10 Jahren spielen, tanzen, trommeln, reden und vor allem spielerisch lernen. Beim nächsten Mal werden wir gemeinsam mit den Kindern das völlig ruinierte Tischfussball reparieren. Die Arbeit dort macht mir persönlich sehr viel Spass, die Kinder dort sind sehr lustig, sehr neugierig, sehr lernbereit und sehr arm.  Alles in allem wirklich eine sinnvolle Arbeit die wir dort machen. Noch sinnvoller als an den anderen Stellen. Ausserdem kommt man viel mit den älteren Menschen ins Gespräch, was ich sehr sehr interessant finde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mobile Schule deckt ca. ¼ meiner gesamten Arbeitszeit ab. Ein zweiter Teil meiner Arbeit im Kulturzentrum ist wirklich kuturell. Alle 2 Wochen mache ich zusammen mit einem der Mitzivis einen speziellen, kulturellen oder politischen Abend. Der erste bestand aus einer Noche Mexicana, bei der wir gemeinsam mit den Teilnehmern Chilli con Carne gekocht, und danach einen mexikanischen Film geschaut haben. Das ganze soll aber in Zukunft noch erweitert werden. Ich möchte gerne interessante Persönlichkeiten einladen, die vielleicht einen Film vorstellen, vielleicht eine Lesung halten oder einen Vortrag, wer weiß.... da steckt noch viel Arbeit dahinter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserdem arbeite ich beim Circusworkshop mit, und helfe ab und zu in der Küche  macht sehr viel Spass, auch weil man sich viel und gut mit den Damen dort unterhalten und Tipps und Tricks austauschen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Dienstag und Samstag biete ich im COMPA einen jeweils 2-stündigen Englischkurs an, der mir sehr viel Spass macht. Die letzten 2 Male haben wir Yesterday gesungen, und den Kids gefällts glaube ich sehr gut. Was heisst Kids, die sind alle zwischen 12 und 17 Jahre alt. Einziges Problem bei diesem Kurs ist die Pünktlichkeit. Wir sind eben in Bolivien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wir tatsächlich in Bolivien sind, habe ich auch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten zu spüren bekommen. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich gerne in verschiedenen anderen Jugendzentren arbeiten möchte. Das hat sich teilweise als sehr schwierig erwiesen. In einem der Zentren habe ich 3 Mal Werbung in den umliegenden Schulen für einen Theaterkurs gemacht, und bin trotz fester Zusagen von Massen an Kindern, und auch von den Jugendlichen in dem Zentrum jedes Mal dort hingefahren und niemand war da. Aber daraus muss man eben lernen. Ich habe deswegen beschlossen, erst einmal keinen Theaterkurs dort anzubieten, weil anscheinend keine Nachfrage besteht, bzw. andere Workshops mehr nachgefragt werden. Ich will mich stattdessen auf andere Workshops konzentrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Jugendzentrum in La Paz klappt es hingegen sehr gut. Leider kann ich im Moment aufgrund der langen Fahrtzeit nur einmal in der Woche dort arbeiten. An diesem Tag ist aber volles Programm. 2 Theaterworkshops und 2 Englischkurse (mit Kindern zwischen 8 und 20) sind noch längst nicht alles. In der Zeit dazwischen kommt man kaum zur Ruhe, weil immer so 2-5 Kinder oder Jugendliche da sind, die irgendetwas fragen, Fussball oder Schach spielen wollen (nach Regel bei denen man sich die Haare rauft), Hunde mitbringen oder einfach nur reden wollen, weil es zuhause vielleicht grade nicht so super ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Viertel, wie auch in ganz El Alto und La Paz generell, gibt es eine erschreckend hohe Anzahl an alleinerziehenden Muettern. Wenige Familien funktionieren noch harmonisch, und so gibt es äusserst viel physische und vor allem psychische Gewalt, was unmittelbar mit der hohen Armut, der wenigen Arbeit und der daraus folgenden Frustration zu tun hat. Trotz der Tatsache, dass die Frauen hier wie ich finde meist äusserst starke Persönlichkeiten sind, ist die Gesellschaft (das bezieht sich vor allem auf die arme Bevölkerung) stark von Chauvinismus geprägt. Wenn etwas Geld im Haus ist, geht der Sohn zur Schule oder zur Universität, die Mädchen bekommen meist keine Chance auf eine weiterführende Bildung. Dennoch bilden die Frauen das Rückrad der Gesellschaft. Sie ziehen die Kinder auf, führen den Haushalt und die Finanzen etc. Wenn man allerdings durch die Stadt läuft, sieht man überdeutlich, dass die Männer was Bildung Beruf und Status angeht ganz klar dominieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kindern mit denen ich dort arbeite sind, und das wurde mir erst in einem Gespräch mit der Psychologin, die auch ab und zu dort arbeitet bewusst, äusserst arm. Ich wollte gerne einmal mit ihnen in eines der eigentlich recht billigen Theater gehen, und hatte vor, den Eintritt (zumindest teilweise) zu übernehmen. Mir war nicht bewusst, dass die Kinder nicht einmal die 10 eurocent für die Busfahrt haben. Das ist auch so eine Sache. Klar sieht man hier sehr deutlich die sozialen Missstände, aber was wirklich abgeht, in der Familie, in der Schule, auf der Strasse, wie arm die Menschen hier teilweise wirklich sind, das merkt man erst nach und nach, weil es, so finde ich zumindest, vielleicht gerade hier in Bolivien nicht so deutlich erkennbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern komme ich Donnerstags immer recht geschafft nach Hause. Trotz allem ist das aber ein echt toller Tag, vielleicht auch deswegen, weil ich dort ganz alleine arbeite, ohne andere Deutsche, ohne andere Mitarbeiter. Man erlebt auch sehr viele sehr lustige Dinge. Beim letzten Mal fand in dem Zentrum ein Fussballturnier zwischen verschiedenen Freizeitteams aus der Nachbarschaft statt. Ein echtes Spektakel. Erst einmal kamen alle Spieler mit Frauen und Verwandschaft in ihren eigenen Minibussen an, die sonst normalerweise durch die ganze Stadt tingeln. 20 Minibusse vor der Tür, 50 Frauen, Hunde, Greise und Kinder auf der Tribüne. Im Tor einmal ein 70jähriger, der keine Zähne mehr hat, aber dennoch mit voller Power nach dem Ball hechtet oder in andere Spieler reinspringt. Ein anderes Mal begegne ich 2 Frauen und einem kleinen Mädchen, ca. 4 Jahre alt, als das Mädchen auf einmal sagt Hola Gringito, worauf sich die beiden Cholitas kringeln vor lachen. Es ist auf jeden Fall immer etwas los dort. Demnächst werde ich ab und zu auch noch an einem anderen Tag in der Woche arbeiten, um zusammen mit der deutschen Praktikantin verschiedene Spezialworkshops anzubieten. Nächsten Montag wollen wir gemeinsam Handpuppen basteln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist sonst los bei uns. Vielleicht eine kleine Anekdote aus dem Leben eines Visumsbeantragenden. Mit bolivianischem Konsulatsstempel aus Bremen im Pass und der Zusage, wir würden damit problemlos ein kostenloses Visum für 1 Jahr bekommen, stapfen 6 Zivis zusammen mit dem Chef des Kulturzentrums und der Generalsekretärin zur Einwanderungsbehörde, wo erst mal ein wenig warten, bis wir erfahren, das der Typ, der uns bearbeitet leider völlig unwissend ist. Er sagt immer nur mein Chef will das nicht. Punkt. Es gäbe im Moment keine Regelung für Sonderfälle wie uns. Wir sollen morgen wiederkommen. Morgen ist der Bearbeiter nicht da. Übermorgen auch nicht. Überübermorgen heisst es, wir bräuchten noch ein paar Dokumente, dann ginge alles klar. Ein paar Dokumente. Inzwischen haben wir schon überlegt, ob wir es nicht mal mit Bestechung versuchen sollen. Die Dokumente sind: Ein Führungszeugnis von Interpol, ein Führungszeugnis der Bolivianischen Polizei (völlig Idiotisch nach 4 Wochen Aufenthalt), ein Nachweis, dass wir wirklich hier wohnen, ein Nachweis, dass wir keine ansteckenden Krankheiten haben, sowie diverse andere Dokumente... &lt;br /&gt;
Interpol: Ist nach 1 Sunde suchen erst mal gar nicht offen. Erst wieder in 2 Stunden. In der Zwischenzeit zur Polizei. Von dort zum Anwalt, der uns für umgerechnet 3&#8364; ein Zertifikat schreibt, welches uns als Führungszeugnis  beantragungsberechtigt auszeichnet. Dann wieder zur Polizei. Die hat inzwischen zu. Morgen wieder. Interpol: hat wieder offen. Um das Führungszeugnis zu beantragen werden 2 Passfotos benötigt, Front- und Seitenansicht, die, wie wir fast erwartet hatten, nur von einem einzigen Fotografen in ganz La Paz gemacht werden können. Der macht in dem Moment in dem wir kommen........ auf, was nen Glück. Dann noch von sämtlichen Fingern einen Abdruck machen lassen und in einer Woche können wir das Zeugnis abholen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Woche sind 3 von 6 Führungszeugnisse mit falschen Passnummern versehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht läufts ja bei der nationalen Polizei besser. Keineswegs. Mit dem Zertifikat vom Anwalt muss man zuerst zu einer Stelle, die bestätigt, das der Anwalt überhaupt berechtigt ist, ein Führungszeugnisberechtigungszertifikat auszustellen. Die Frau die berechtigt ist, diesen Stempel zu bedienen, macht gerade Mittagspause. Kommen Sie in 2 Stunden wieder.... In 2 Stunden müssen wir arbeiten. Fortsetzung folgt. &lt;br /&gt;
Vielleicht sollten wir es doch mal mit Korruption versuchen....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wirklich tolles Erlebnis war aber unser Auftritt mit einer deutsch-bolivianischen Salsaband. Ungefähr 6 Bolivianer und wir 4 deutschen (2 sind ja inzwischen in Santa Cruz) spielten gemeinsam 3 Stücke von Buena Vista Social Club in einer Disko in El Alto. Und obwohl wir nur 3 mal geprobt hatten, war es wirklich gut und ist sehr gut angekommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr dazu, mehr zu den täglichen Blockaden in der Stadt, mehr zu Fussball in La Paz, mehr zur Feria in El Alto, mehr zu verschiedensten Themen aus aller Welt kriegt ihr mit der 1. Ausgabe unserer Freiwilligenzeitung, die am 1. November erscheinen wird. Das Teil heisst Schwarz auf WISE, also bitte nicht löschen aus der Email-Liste. Wer die Zeitung will und nicht bekommt --&gt; eine Mail an: redaktion@wise-ev.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hoffe es geht euch allen gut und wünsche bis zum nächsten Bericht alles Gute. Ich freu mich über Mails, Anrufe, Tipps und Tricks etc. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Wer Connections zum Heidelberger Weihnachtsmarkt hat, d.h. Leute kennt die einen Stand besitzen, er melde sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PPS: Fotos folgen in den naechsten Tagen</description>
    <dc:creator>hackl</dc:creator>
    <dc:subject>Christoph</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 hackl</dc:rights>
    <dc:date>2005-10-22T01:30:41Z</dc:date>
  </item>


<textinput rdf:about="http://sechsinbolivien.twoday.net/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://sechsinbolivien.twoday.net/search</link>
</textinput>
<cc:License rdf:about="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/">
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Reproduction" />
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Distribution" />
   <requires rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Notice" />
   <requires rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Attribution" />
   <prohibits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/CommercialUse" />
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/DerivativeWorks" />
</cc:License>

</rdf:RDF>
